Vererbung - Zufall mit System ( GRUNDKURS GENETIK ) |
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| Vererbung - Zufall mit System ( GRUNDKURS GENETIK ) |
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Hallo liebe Foris,
mit freundlicher Genehmigung von Monika und Roland Fahlisch, Cattery Dreamhunters dürfen wir hier die Genetikreihe "Vererbung - Zufall mit System" veröffentlichen.
Das Layout dürfen wir ebenfalls mit freundlicher Genehmigung von Ute Kunze, Cattery Hosca-Kal übernehmen!
Diese Serie ist von Herrn Roland Fahlisch, seines Zeichens Diplom Biologe, im Jahre 1993 geschrieben worden und wurde u.a. im Katzen-Magazin "Katzen-Extra" veröffentlicht.
Die Serie umfasst 18 Teile.
-Teil 1-
Gesetzmäßigkeiten der Vererbung
Genetischer Code
-Teil 2-
Erbinformation
Chromosomen
rezessive Allele
-Teil 3-
Heterosomen
Chromosomenteilung
Meiose
Chromatiden
-Teil 4-
Gameten
Genom
Allele und deren Kombination
-Teil 5-
Spermientypen
Phänotyp
Genotyp
heterozygote Merkmale
-Teil 6-
Heterozygotie
Homozygotie
Allelkombinationen
-Teil 7-
Agouti
Black/Brown
Maskenfaktor
-Teil 8-
Genotypen
Verdünnung
-Teil 9-
Melanininhibitor (Silber, Smoke, Shaded etc.)
-Teil 10-
Tabbygene (mackerel, classic, ticking)
-Teil 11-
Auswirkungen des Tabbygens auf Agouti und Non-Agouti
-Teil 12-
Grundlagen für Orange (red)
-Teil 13-
Geschlechtsgebunde Vererbung von Rot
Reziprozitätsgesetz
Schildpatt
-Teil 14-
Rufismus
Schildpatt Kater
Auswirkungen von Chromosomenfehlern
-Teil 15-
Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit bei Chromosomenfehlern
-Teil 16-
Scheckungsfaktor
-Teil 17-
Epistatisches Weiß und dessen Auswirkung
-Teil 18-
Haarlängen
Fehlende Bilder werden im Laufe der Woche noch ergänzt!
Wir, das Forum-Team von Nierott-Castle, wollen uns auf diesem Wege nocheinmal recht herzlich bei Familie Fahlisch für die Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Artikels bedanken.
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22.01.2008 19:07 |
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 1 |
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Die Vererbungslehre ist
eine recht junge Wissenschaft und, was den praktischen
Nutzen der Vererbungsgesetzte angeht, eine recht undankbare
dazu. Jeder Hobbyzüchter hat sicher schon einmal die
folgende Situation erlebt: Man hat Berge von
Kreuzungstabellen und Büchern gewälzt, mit dem so erworbenen
Wissen eine tolle Verpaarung geplant, aufgrund der
theoretischen Recherchen, mit einer Vielzahl von
außergewöhnlichen Farbvarianten gerechnet und dann voller
Erwartung vor der Wurfkiste gesessen. Und was machte die
liebe Katzenmama? Sie brachte völlig selbstverständlich
lauter muntere liebe Katzenkinder zur Welt, aber alle
gleichfarbig und vielleicht auch noch lauter Katerchen oder
Kätzchen. Dabei weiß doch jeder, auch der, der sich noch nie
in seinem Leben um Vererbungsgesetze gekümmert hat, daß
normalerweise immer etwas gleichviel Kater und Katzen zu
erwarten sind. Ist also die ganze Vererbungslehre wirklich
nur Humbug? Oder steckt hinter diesem Zufall doch ein
System?Vererbung
funktioniert nach Gesetzmäßigkeiten
Also „Humbug" ist die
Vererbungslehre oder Genetik, wie sie seit dem Jahr 1906
heißt, sicher nicht. Dann bleibt uns nur übrig, die
Gesetzmäßigkeiten zu finden, die hinter all den Zufällen
stecken. Dabei wird es uns nicht erspart bleiben, neben dem
Begriff Genetik auch noch ein paar andere Fachbegriffe zu
erarbeiten. Ich will damit niemanden ärgern oder langweilen,
aber Fachwörter stehen immer für genau definierte
komplizierte Sachverhalte. Sie geben uns die Möglichkeit,
vielschichtige, umfangreiche Probleme kurz, präzise und
unmißverständlich darzustellen. Dies gelingt jedoch nur,
wenn alle die einzelnen Fachwörter gleich verwenden. Wenn
wir uns mit Vererbungslehre oder Genetik beschäftigen, dann
beobachten wir, wie einzelne Merkmale von einer Generation
an die andere weitergegeben werden oder wie sich bestimmte
Merkmale von Katze oder Kater in den Babys wiederfinden,
vermischen oder verstecken, also scheinbar verlorengehen.
Aber schon der Begriff Merkmal führt leicht zu
Mißverständnissen. Was ist ein Merkmal? Nehmen wir das Fell
unserer Kuscheltiere als Beispiel. Ist vielleicht „Kurzhaar
blau" ein Merkmal? Oder nur „Fell", wobei dann „kurzes Haar"
und „blau" enthalten sind? Oder sind etwa „Fellänge" und
„Fellfarbe" zwei getrennte Merkmale? Um hier Begriffe exakt
zu definieren, müssen wir etwas tiefer in die Trickkiste der
Natur greifen.
Baupläne als
Informationsträger
Das Wesen der Vererbung
besteht darin, daß ein bestimmtes Erbgut, also ein
bestimmter Bauplan, von Generation zu Generation
weitergegeben wird. Die Summe aller in einem Bauplan für
einen bestimmten Organismus enthaltenen Informationen nenne
wir Genom. Bei einer Katze enthält die befruchtete Eizelle
alle die Einzelinformationen als Genom zusammengefaßt, die
dann während der Entwicklung alle die Merkmale ergeben, an
denen wir diesen Organismus als Katze erkennen. Und was
gehört so alles zu einer Katze? Ein bestimmter Körperbau,
Fellqualität, eine bestimmte Kopfform, Ohrenform, Augenform,
Augenfarbe, Fellfarbe, Fellänge, Farbdichte . . . ! Halt!
Hier
hat sich von ganz allein eine Begriffsbestimmung ergeben.
Wenn das Genom die Informationen für alle Merkmale enthält,
dann enthält jedes Gen, das ja Teil des Genoms ist, die
Information für ein Merkmal. Dabei sind manche Merkmale
offensichtlich, wie zum Beispiel Fellfarbe, Fellänge oder
Farbdichte, die meisten aber, wie zum Beispiel Körperbau,
innere Organe etc., eher versteckt und für unsere Zwecke
auch nicht so wichtig. Und was ist nun mit „kurzem Haar",
„langem Haar" oder „schwarzem Fell", „blauem Fell"? Nun,
hier handelt es sich um Ausprägungen oder Schalterstellungen
eines bestimmten Merkmals oder Gens, wir nennen dieses in
Zukunft Allel. Also nochmals: Jedem Merkmal, zum Beispiel
„Farbdichte", liegt ein bestimmtes Gen zugrunde, daß alle
notwendigen Informationen zur Ausbildung des Merkmals
enthält, hier in unserem Beispiel also die „Form und
Verteilung" der Pigmente steuert, die die Fellfarbe
entstehen läßt. Das Gen kann
aber auch noch verschiedene Schalterstellungen oder Allele
einnehmen, die dann zu der „vollen" Farbe Schwarz oder der
„verdünnten" Farbe Blau zu führen.
Mendelsche Gesetze sind bin
heute Grundlage
Wo sind nun diese Gene, die
statistisch gesehen nach bestimmten Regeln, im Einzelfall
jedoch mehr zufällig von den Eltern auf die Kinder
weitergeben werden? Die gedankliche Grundlage lieferte 1866
der Augustinermönch Johann Gregor Mendel, der eine riesige
Zahl von Erbsen kreuzte und die Nachkommenschaft statistisch
auswertete. Er leitete daraus die heute noch gültigen
Mendel'schcn Regeln der Vererbung ab, mit denen wir uns
später noch genauer beschäftigen werden. Er fand aber
auch heraus, daß die meisten Gene im Prinzip unabhängig
voneinander weitergegeben werden, manche jedoch fast immer
aneinander gekoppelt auftreten. Im Zellkern einer jeden
Zelle, auch der Eizelle, aus der jeder Organismus durch eine
Anzahl von Zellteilungen, den Mitosen, schließlich entsteht,
fand man anfärbbare Körperchen, die Chromosomen. Diese
Chromosomen machen während der Zellteilungen bestimmte
Zyklen durch und werden nach bestimmten Regeln auf die
beiden Teilungsprodukte, die Tochterzellen, verteilt. Die
Anzahl und Form der Chromosomen ist in jeder Zelle einer
Pflanzen- oder Tierart immer gleich und in Zellen nahe
verwandter Arten ähnlich. Es
wurde schon 1885 geschlossen, daß die Chromosomen die Träger
der Gene sind. Gene, die unabhängig voneinander vererbt
werden, liegen auf verschiedenen Chromosomen, solche die
aneinander gekoppelt vererbt werden, liegen hintereinander
auf demselben Chromosom. Noch interessanter sind die
speziellen Teilungen, die zu den Keimzellen oder Gameten
führen, also bei der Katze zu den Eizellen und beim Kater zu
den Spermien. Diese Reifeteilungen oder Meiosen sorgen
dafür, daß das Erbgut von Mutter und Vater nach bestimmten
Regeln, auf die wir später noch
genauer eingehen wollen, auf die Eizellen und Spermien
verteilt wird. Nach dem Decken verschmelzen je eine Eizelle
und ein Spermium zur befruchteten Eizelle, der Zygote, aus
der dann durch Mitosen wieder ein Kätzchen entsteht. Wenn
wir also den Weg bestimmter Chromosomen gedanklich über
mehrere Generationen verfolgen und dabei die
Verteilungsregeln in den Teilungszyklen der Meiosen
beachten, müßten wir die Mendel'schen Regeln nachvollziehen
können und damit verstehen lernen, welches System hinter dem
Zufall „Vererbung" steckt.
Die junge Wissenschaft kämpft
mit einigen Unsicherheiten
Bevor wir uns an die
zugegebenermaßen etwas schwierige Aufgabe machen, die
Grundlagen der Vererbungsgesetze zu verarbeiten, ein kleiner
historischer Seitenblick. Die Geschichte ist nicht nur
interessant, sie zeigt uns auch, wie jung die
Vererbungslehre noch ist. Und da die Vererbungsregeln nur
statistisch zu erfassen sind, ist es nur verständlich, daß
es bei dem kurzen Erfahrungszeitraum noch manche
Unsicherheiten gibt. Dazu kommt noch eine Schwierigkeit, vor
der wir heute mit unseren ganzen modernen Methoden genauso
stehen wie Mendel vor 125 Jahren. Wir können genausowenig
wie Mendel ein Gen sehen oder irgendwie kenntlich machen.
Erst wenn von einem
Gen zwei oder mehr Allele existieren, erkennen wir es als
eigenständiges Gen. Wenn es zum Beispiel nur Katzen mit
kurzem Fell gäbe, bestünde kein Grund anzunehmen, daß es ein
eigenes Gen gibt, das für das Merkmal „Fellänge" zuständig
ist. Erst wenn durch eine sprunghafte Änderung der
genetischen Information, durch eine Mutation, eine vom
Wildtyp oder Normaltyp abweichende Ausprägung eines
Merkmals, also ein neues Allel entstanden ist, können wir
daraus schließen, daß es
sich um ein selbständiges Gen handelt. Wie funktioniert nun
so eine Mutation? Daß die Gene auf den Chromosomen liegen,
haben wir schon gesehen.
Mutationen sind Sprunghafte
Zufälligkeiten
Die Chromosomen bestehen
aus Eiweißen oder Proteinen und den Nucleinsäuren. Diese
ominösen Säuren heißen so, weil sie nur im Zellkern, dem
Nucleus, vorkommen. Die wichtigsten Nucleinsäuren sind die
Desoxyribonucleinsäure und die Ribonucleinsäure, besser
bekannt unter den Kürzeln DNS und RNS. Für den Bauplan eines
Lebewesens ist eine fast unendlich große Zahl von
Informationen nötig, und diese Information ist in einer
speziellen Sprache auf den Chromosomen gespeichert. Unser
Alphabet besteht aus 26 Buchstaben, die in einer bestimmten
Reihenfolge hintereinander aufgereiht eine bestimmte
Information vermitteln. Die Proteine und die Nucleinsäuren
sind chemische Verbindungen, die jeweils aus einer
bestimmten Anzahl von Grundbausteinen bestehen, die wie bei
einer Perlenschnur aufgereiht sind. Die Proteine bestehen
aus einer Perlenschnur von Aminosäuren, und es gibt davon 20
Sorten. Die Sache erinnert also stark an unser Alphabet. Die
Nucleinsäuren bestehen aus einer Perlenschnur von
Nucleotiden und davon gibt es ganze vier Sorten. So schien
es klar, daß als Träger des umfangreichen Genoms eines
Lebewesens nur die Proteine in Frage kommen. Es sollte noch
bis 1944 dauern, bis bewiesen werden konnte, daß nicht die
Proteine, sondern entgegen allen Zweifeln die Nucleinsäuren
die Träger der Erbinformation sind. 1945 lag dann endlich
auch genug statistisch auswertbares Untersuchungsmaterial
vor, mit dessen Hilfe ge-
zeigt werden konnte, daß die Mendel'schen Regeln auch bei
Tieren anzuwenden sind. 1953 wurde die Struktur der
Nucleinsäuren beschrieben. Die beiden Forscher Watson und
Crick sollten dafür den Nobel-Preis bekommen. Der genetische
Code, das Alphabet, in dem die genetische Information durch
die Nucleinsäuren auf die Chromosomen geschrieben ist, wurde
schließlich 1966 geknackt. Sie sehen also, 1866 fand Mendel,
daß etwas geschrieben steht über den Bauplan eines
jeden Lebenwesens. Aber es dauerte 100 Jahre, bis man
beweisen konnte, was und wo und wie die genetische
Information gespeichert ist und wie die Baupläne von
Generation zu Generation weitergegeben werden.
Genetischer Code auf vier
Buchstaben
Lassen Sie uns das Pferd
quasi von hinten aufzäumen. Nachdem wir uns heute das Wesen
der Mutation anhand des genetischen Codes klargemacht haben,
werden wir versuchen, anhand der Geschehnisse bei der Meiose,
der Verteilungsregeln des Erbgutes auf die Keimzellen der
Meiose, der Verteilungsregeln des Erbgutes auf die
Keimzellen und der Befruchtung, die Mendel'schen Regeln zu
durchschauen. Dann können wir Kreuzungstabellen lesen, und
was noch wichtiger ist, auch interpretieren. Dann können uns
solche Zufälle wie der am Anfang beschriebene nicht
mehr schocken, weil wir wissen, welches statistische System
dahinter steckt. Nun zum genetischen Code. Wir haben schon
gesehen, daß die DNS aus vier Bausteinen, den Nucleotiden
besteht. Diese
heißen Adenin, Guanin, Thymin und Cytosin. Sie unterscheiden
sich chemisch voneinander und zeigen unterschiedliche
Eigenschaften. Die Unterschiede sind zwar deutlich, chemisch
gesehen jedoch so klein, daß durch äußere Einflüsse, aber
auch spontan, das heißt ohne äußeren Anstoß, das eine
Nucleotid in ein anderes Nucleotid oder in ein
außergewöhnliches Nucleotid mit anderen Eigenschaften
umgewandelt werden kann. Machen wir uns ein einfaches
Modell, um diese hochtheoretischen Erkenntnisse zu
durchleuchten. Wenn wir die einzelnen Nucleotide durch ihre
Anfangsbuchstaben bezeichnen, dann könnte ein Ausschnitt aus
einem Nucleotidstrang so aussehen:
|
... -
A-U-G-C-A-A-A-C-A-G-T-T-T-A-T-A-A-G- ... |
Eigenschaften der Proteine
durch Reihenfolge der Aminosäuren bestimmt
Das soll eine Information
sein? Nun gut, spinnen wir die Idee weiter. Was soll der
genetische Code eigentlich verschlüsseln? Ein Lebewesen ist
aus einer Menge von unterschiedlichen Proteinen aufgebaut.
Die Unterschiede in den Proteinen kommen von
unterschiedlichen Abfolgen der sie bildenden Aminosäuren,
die Reihenfolge macht, daß aus dem einen Protein Teil einer
Muskelfaser, aus einem anderen Teil einer Sehne und noch aus
einem anderen ein Enzym wird. das zum Beispiel einen
Stoffwechselvorgang steuert. Die Liste der Beispiele ließe
sich noch fast endlos fortsetzen. Wichtig ist die
Erkenntnis, daß die Eigenschaften der Proteine durch die
Reihenfolge der Aminosäuren bestimmt werden und daß der
genetische Code durch die Reihenfolge der Nucleotide die
Baupläne für die verschiedenen Proteine eines Lebenwesens
liefern muß. Der genetische Code muß also so beschaffen
sein, daß die Reihenfolge der vier Nucleotide mindestens 20
Buchstaben ergibt, für jede Aminosäure einen. Das erinnert
stark an das Morsealphabet, wo mit zwei Zeichen, dem Punkt
und dem Strich, 26 Buchstaben codiert werden, die Symbole
für die einzelnen Buchstaben sind durch Leerzeichen
voneinander getrennt. Die DNS-Perlschnüre sind lückenlos, es
gibt kein Leerzeichen, dafür aber bestimmte Steuerzeichen
wie „Anfang" und „Ende". Mit unseren vier Elementen müssen
mehr als 20 Buchstaben dargestellt werden. Wenn wir immer
eine Zweiergruppe zu einem Wort zusammenfassen, ergibt das
16 (vier hoch zwei) Möglichkeiten der Kombination, also 16
Buchstaben. Fassen wir immer drei zusammen, dann haben wir
64 (4 hoch 3)
Kombinationsmöglichkeiten. Da wir mindestens 20, mit Anfang
und Ende mindestens 24 Buchstaben brauchen, ist das die
Lösung. Tatsächlich stellt immer eine Dreiergruppe ein
sogenanntes Triplett von
Nucleotiden, einen Buchstaben des genetischen Codes dar.
Jedes Triplett steht für eine Aminosäure oder einen
Steuerbefehl. Bauen wir an unserem Modell weiter und legen
wir die Bedeutung einiger Tripletts fest.
-A-T-G-
= a
-C-A-A- = b
-A-T-A- = i
-T-A-T- = m
-G-T-T- = r
-A-C-A- = u
-A-U-G- = Anfang |
Nehmen wir nochmal unsere
erste Nucleotidfolge zur Hand. Jetzt sehen wir, daß in
diesem scheinbaren Chaos eine Information steckt.
|
... -
A-U-G-C-A-A-A-C-A-G-T-T-T-A-T-A-A-G- ...
x
x
x
x
x
x
x
&nb
sp;
b
u
r
m a |
Jetzt lassen wir unser
Modell mutieren, entweder spontan oder durch einen äußeren
Einfluß wie radioaktive Strahlung, Röntgenstrahlen,
UV-Strahlen oder eine giftige chemische Substanz. Nehmen wir
an, aus dem C, das genau über dem „u" von „burma" steht,
wird ein T.
|
... -
A-U-G-C-A-A-A-T-A-G-T-T-T-A-T-A-A-G- ...
x
x
x
x
x
x
x
&nb
sp;
b
i
r
m a |
Mit diesem kleinen Modell
haben wir schon das Wesen der Mutation erkannt: eine kleine,
punktuelle Veränderung im Genom kann zu deutlich sichtbaren
Veränderungen in der Ausprägung eines Merkmals führen. Ein
Alle! ist entstanden. Nachdem wir nun wissen, wie ein Gen im
Prinzip aufgebaut ist, wie ein Merkmal im genetischen Code
verschlüsselt ist, wie sich die Ausprägung eines Merkmals
verändern kann, werden wir das nächste Mal erfahren, wie die
Merkmale und deren Ausprägungen von Generation zu Generation
weitervererbt werden. Mitose und Meiose, die zufällige
Verteilung der Allele auf die Keimzellen und die zufällige
Kombination der Allele durch die Verschmelzung der
Keimzellen zur befruchteten Eizelle werden dann unser Thema
sein.
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22.01.2008 19:29 |
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 2 |
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Erinnern wir uns: Die Erbinformation ist in
Form des genetischen Codes, also in einer bestimmten
Reihenfolge von Nucleotiden, in der DNS gespeichert. Die
Information für ein bestimmtes Merkmal nennt man Gen. Ein
DNS-Molekül ist ein langes perlschnurartiges Gebilde, auf
dem viele hundert Gene hintereinander angeordnet sind. Ein
DNS-Molekül bildet zusammen mit gewissen Proteinen jeweils
ein Chromosom. Jeder höhere Organismus hat mehrere
verschiedene Chromosomen, die Summe aller darin enthaltenen
Erbinformationen nennt man Genom.
Erbinformationen werden
kopiert
Die Chromosomen befinden sich immer im
Zellkern, die Verarbeitung der Informationen und damit der
Stoffwechsel erfolgen im Zellplasma. Sowohl die Zelle nach
außen als auch der Zellkern in der Zelle sind von einer
biologischen Membran umhüllt. Damit die Erbinformation
genutzt werden kann, wird von dem Teil, der gerade benötigt
wird, eine Kopie angelegt. Diese wandert dann ins Plasma,
wird dort verarbeitet und dann wieder zerstört. Jede Zelle
enthält die gesamte Erbinformation, es wir eben nur die
benutzt, die eine bestimmte Zelle gerade braucht. So wird
beispielsweise in einer Haarbalgzelle neben einigen anderen
der Teil des Genoms abgelesen oder kopiert, der etwas über
die Haarlänge und die Bildung und Verteilung der
Farbpigmente aussagt. Für eine Muskelzelle dagegen ist nur
interessant wie der Bauplan für eine Muskelfaser aussieht
und mit welchen Stoffwechselvorgängen eine Kontraktion
zustande gebracht werden kann.
Chromosomen im Transportformat
Die ganze Sache ist ziemlich kompliziert und
wir wollen das auch nicht weiter vertiefen. Wir merken uns
nur, daß jede Zelle das gesamte Genom enthält, daß jedoch
lediglich der Teil der Information genutzt wird, der für
eine bestimmte Leistung einer bestimmten Zelle gebraucht
wird, und daß von diesem Teil des Genoms eine Kopie
angefertigt wird, die dann zur Verarbeitung durch die
Kernmembran hindurch ins Zellplasma geschleust wird. Damit
die Kopien schnell und fehlerlos hergestellt werden können,
braucht man viel Platz. Daher sind die Chromosomen in diesem
Stadium ganz langgestreckt. Wenn man sich so eine Zelle im
Mikroskop anschaut, sieht man nur einen Wirrwarr von ganz
feinen Fäden im Zellkern, einzelne Chromosomen kann man
nicht erkennen. Wenn sich nun so eine Zelle teilen soll, sei
es, um eine verbrauchte oder verletzte Zelle zu ersetzen,
oder von der befruchteten Eizelle ausgehend einen ganz neuen
Organismus aufzubauen, dann muß gewährleistet sein, daß die
beiden neu entstehenden Tochterzellen genau das
gleiche Genom erhalten wie die Ausgangszelle. Dazu werden
die Chromosomen in der Vorbereitung einer Teilung oder
Mitose in eine Transportform gebracht. Sie werden nach
bestimmten Regeln aufgewickelt (spiralisiert) und mit
Proteinen verpackt. Am Ende dieser sogenannten Prophase
sind die Chromosomen kurz, kompakt und im Zellkern deutlich
sichtbar. In der nun folgenden Metaphase ordnen sich
die Chromosmen in der Äquatorialebene an, einer
gedachten Ebene, die den kugeligen Zellkern am Äquator
durchschneidet. Gleichzeitig löst sich die Kernmembran auf.
Jetzt kann man die Chromosomen im Mikroskop deutlich sehen
und voneinander unterscheiden. Wir sehen in Abb. 1 rechts
(aus R. Wolff, 1970, Katzen, S. 192), daß die Zellen der
Katze 38 Chromosomen haben.
Wenn wir aber noch genauer hinschauen und uns
die Mühe machen, die Chromosomen zu sortieren (Abb. 1
links), dann können wir noch viel mehr erkennen. Zu
jedem Chromosom gibt es einen Zwilling, der identisch
aussieht. Man nennt solche gleich aussehenden Chromosomen
auch homologe Chromosomen. Es gibt also 19
Chromosomenpaare oder Homologenpaare. Und jedes
einzelne Chromosom besteht aus zwei Spalthälften, den
Chromatiden. Was hat es nun damit auf sich?
Chromatiden lassen sich
vereinfach darstellen
Um das herauszukriegen, basteln wir uns
wieder, wie schon im er sten Teil, ein ganz einfaches
Modell. Da die Arbeit mit 38 Chromosomen nur zu einem
heillosen Durcheinander führen würde, tun wir so, als ob die
Katze nur 6 Chromosomen hätte. Dann sieht die
Äqatorialplatte der Metaphase wie in Abb. 2
schematisch dargestellt aus.
Jedes Chromosom hat eine "Kupplung", an der
später eine Art "Zugseil", die Spindelfaser,
angeheftet wird, mit deren Hilfe die Chromosomen auf die
beiden Tochterzellen verteilt werden. Diese Stelle wird
Zentromer genannt und ist im Schema durch einen Kreis
gekennzeichnet. Die Lage des Zentromers ist bei bestimmten
Chromosom immer gleich, entweder mehr in der Mitte, zu einem
Ende hin verschoben oder fast ganz an einem Ende. Außerdem
sehen wir in Abb. 1 und Abb. 2, daß die
Chromosomen unterschiedlich groß sein können. Jetzt haben
wir schon zwei Unterscheidungsmerkmale, mit deren Hilfe wir
Homologenpaare suchen können. Es ergibt sich zwangsläufig
die PaarAnordnung wie in Abb. 3 mit drei
Homologenpaaren.
Was
sollen die Buchstaben auf zwei von den drei Homologenpaaren?
Wir wissen inzwischen, daß die Chromosomen die Träger der
Gene sind und daß die Abfolge der Nucleotide auf dem
DNS-Strang die Information für ein Merkmal codiert. Mit
unserer bereits genetisch geübten Denkweise schließen wir,
daß homologe Chromosomen so gleich aussehen, weil sie auch
gleiche Gene tragen, und liegen damit absolut richtig.
Allerdings können die beiden sich entsprechenden Gene auf
den homologen Chromosomen durchaus verschiedene Allele
codieren.
Gene werden mit englischen
Begriffen bezeichnet
Man ist nun übereingekommen, daß man die Gene mit den
Anfangs buchstaben der englischen Worte für das betreffende
Merkmal bezeichnet. So steht d für dilution
=Verdünnung, also für das Gen, das die Farbdichte bestimmt
und zugleich für das Allel der verdünnten Farbe, im Falle
einer schwarzen Katze also für blau. Trägt die Katze
das Allel D, dann zeigt ihr Fell die unverdünnte
Farbe, sie ist schwarz. Die Groß- und Kleinschreibung
drückt aus, in welcher Beziehung die Allele eines Gens
zueinander stehen. Das großgeschriebene dominante
oder beherrschende Allel setzt sich in jedem Fall durch,
egal wie das zweite Allel eines Genpaares auf dem homologen
Chromosom aussieht. Befindet sich dort das kleingeschriebene
rezessive oder zurückweichende Allel, hat dies keinen
Einfluß auf die Merkmalsausprägung. Eine Katze ist schwarz,
wenn das Genpaar für Farbdichte auf beiden homologen
Chromosomen das dominante Allel D trägt. Sie ist aber auch
dann schwarz, wenn nur eines der Homologen das Allel D
aufweist, das rezessive d auf dem anderen homologen
Chromosom spielt keine Rolle. Ist aber auf den beiden
Homologen das Allel d vorhanden, dann wird die
Farbverdünnung "eingeschaltet", die Katze ist blau.
Rezessive Allele auf beiden Homologen prägen den Phänotyp
Ebenso steht l für longhair =Langhaar und
damit für das Gen, das die Haarlänge be stimmt. Nur wenn auf
beiden Homologen das rezessive l zu finden ist, trägt
die Katze ein langes Haarkleid. Kurzhaarkatzen haben zweimal
das dominante L oder auf dem einen Chromosom L
und auf dem dazu homologen das rezessive l. Um sich
die ganze umständliche Beschreibung zu ersparen, spricht man
einerseits vom Phänotyp und bezeichnet damit das
äußere Erscheinungsbild bezüglich des zu beobachtenden
Merkmals. Dem stellt man den dazugehörigen Genotyp
gegenüber und schreibt die betreffenden Allelenpaare, soweit
bekannt, durch Schrägstrich voneinander getrennt
hintereinander. So hat die phänotypisch blaue Katze den
Genotyp d/d, etwas anderes ist nach dem oben gesagten
gar nicht möglich, denn d ist das rezessive Allel.
Wenn beide Allele eines Genpaares gleich sind, dann
bezeichnet man den Genotyp auch als homozygot. Woher
dieser Fachausdruck stammt, werden wir später noch sehen,
wenn wir nach der Meiose die Befruchtung besprechen, nehmen
wir den Begriff erst mal einfach so hin. Für die
phänotypisch schwarze Katze sind dagegen zwei Genotypen
denkbar, nämlich D/D oder D/d. Das Allel für
die unverdünnte Farbe muß nur mindestens einmal vorkommen.
Wenn, wie hier im zweiten Fall, die Allele eines Genpaares
verschieden sind, dann spricht man von einem
heterozygoten Genotyp. Man kann daher einer schwarzen
Katze den Genotyp nicht ohne weiteres ansehen, man schreibt
dann für das zweite, unsichere Allel einen Bindestrich als
Platzhalter, bis man vielleicht durch gründliche
Stammbaumanalyse oder durch die Nachkommen aus einer
bestimmten Verpaarung das zweite Allel enttarnt und
herausbekommt, ob die Katze bezüglich der unverdünnten Farbe
homozygot oder heterozygot ist. Der Genotyp D/- weist
also in unserem Fall auch auf eine phänotypisch schwarze
Katze hin. Die Kurzhaarkatze ist genotypisch entweder L/L,
L/l oder L/-. Langhaarige Katzen müssen
dagegen homozygot mit l/l ausgestattet sein. Und die
Halblanghaar? Das ist ein Fall der zeigt, daß kaum ein Gen
für sich alleine für ein Merkmal verantwortlich ist. Häufig
spielen neben dem Hauptgen noch ganz andere Gene eine Rolle
bei der Ausprägung eines Merkmals. Die Haarlänge ist ein
solches polygen veranlagtes Merkmal mit einer großen
Variationsbreite, denn die halblanghaarigen mit l/l
sind ebenso homozygot wie die langhaarigen.
Das
dritte Chromosomenpaar lässt sich finden
Jetzt wissen Sie sicher, was die Buchstaben
auf den Chromosomen in Abb. 2 und Abb. 3 zu
bedeuten haben. Ich habe für unser Modell nicht nur die
Chromosomenzahl reduziert, sondern ich will sogar noch einen
Schritt weitergehen. Nehmen wir jetzt und für unsere
zukünftige Arbeit an, daß man auf den Chromosomen nicht nur
bestimmte Gene lokalisieren kann, sondern sogar sehen kann,
welches Allel auf welchem Chromosom sitzt. Da unsere
ModellKatze von der Grundfarbe her schwarz sein soll, sorgt
das homozygote d/d auf dem langen 1. Chromosomenpaar
mit dem Zentromer in der Mitte dafür, daß sie phänotypisch
blau aussieht. Mit dem heterozygoten L/l auf dem
kürzeren 2. Chromosomenpaar mit dem aus der Mitte
verschobenen Zentromer muß sie kurzhaarig sein. Und was ist
mit dem 3. Chromosomenpaar ohne Buchstaben? Überlegen Sie
mal selber, vielleicht kommen Sie darauf, wenn Sie darüber
nachdenken, ob es sich um eine Katze oder einen Kater
handeln könnte.
Zugegeben, wir sind mit unserem Programm
nicht so weit gekommen, wie geplant. Mit der Mitose haben
wir gerade eben angefangen, von der Meiose noch nichts
gehört. Aber diese Vorüberlegungen haben sich so
selbstverständlich aus der allgemeinen Einführung in die
Mechanismen der Zellteilungen ergeben, daß sie nicht
ignoriert werden konnten. Mit dem jetzt angesammelten Wissen
führen wir das nächste Mal die Mitose schnell zu Ende und
vertiefen uns in die Meiose. Dabei lösen sich auch die
Rätsel "3. Chromosomenpaar" und "Chromatiden" fast von
alleine.
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22.01.2008 19:31 |
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 3 |
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Bevor wir mit der Mitose so richtig loslegen, möchte ich
diejenigen unter Ihnen beruhigen, die eine so ausführliche
Behandlung der Mitose für überflüssig halten, weil sie ja
genaugenommen mit dem Geschehen bei der Vererbung wenig zu
tun hat. Im Prinzip ist das ja auch richtig. Aber wenn wir
uns vergegenwärtigen, daß die Mitose mit ihren einfach zu
durchschauenden Abläufen gewissermaßen das Rüstzeug zum
Verständnis der doch recht komplizierten Meiose liefert,
dann ist es sicherlich sinnvoll, so vorzugehen. Schauen Sie
sich die Abbildung l an und vergleichen Sie den
Chromosomensatz mit dem in Abbildung 3 aus dem 2. Teil.
Es ist Ihnen sicherlich sofort aufgefallen, daß das 3.
Chromosomenpaar gar kein richtiges Paar ist, die beiden hier
nebeneinander gezeichnete Chromosomen sehen ja ganz
verschieden aus. Und doch bezeichnet man sie als homologe
Chromosomen, denn beides sind Geschlechtschromosomen. Das
größere mit dem Zentromer in der Mitte ist das X-Chromosom,
das kleinere mit dem Zentromer fast am einen Ende das
Y-Chromosom. Man nennt die Geschlechtschromosomen auch
Heterosomen und unterscheidet sie damit von den übrigen
Chromosomen, den Autosomen, die immer „echte" Paare bilden.
Die Heterosomen tragen die jeweiligen Geschlechtsmerkmale
Fast der gesamte Bauplan für eine Katze liegt auf den
Autosomen. Das C-Chromosom trägt die sogenannten weiblichen
Geschlechtsrealisatoren, die die Ausprägung aller weiblichen
Geschlechtsmerkmale steuern. Auf dem Y-Chromosom dagegen
liegen die männlichen Geschlechtsrealisatoren. Ist ein
Y-Chromosom vorhanden, wird sofort die Entwicklung der
Geschlechtsmerkmale umgesteuert, und es kommt ein Kater
dabei heraus. Für etwas Verwirrung sorgt die Tatsache, daß
im Gegensatz zum Y-Chromosom auf dem X-Chromosom auch noch
einige andere Gene liegen. Mit diesen geschlechtsgebundenen
Erbgängern müssen wir uns später noch herumschlagen, jetzt
sei nur so viel verraten, es geht dabei um die dreifarbigen
„Glückskatzen".
Kater haben ein Y-Chromosom, Katzen nicht
Nur der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen,
daß es auch andere Mechanismen der Geschlechtsbestimmung
gibt. Bei den meisten Pflanzen gibt es keine Heterosomen,
alle Geschlechtsrealisatoren liegen auf den Autosomen.
Heuschrecken haben nur eine Heterosomenart, nämlich
X-Chromosomen. Die männlichen Geschlechtsrealisatoren
befinden sich auf den
Autosomen. Ist nur ein X-Chromosom
vorhanden, entwickelt sich ein männliches Tier, zwei
X-Chromosomen führen zu einem Weibchen. Die Schmetterlinge
zeigen eine besonders pikante Variante: Die Weibchen haben
den XY-Genotyp und die Männchen haben zwei X-Chromosomen.
Bei der Katze hat sich jedoch, wie bei allen Wirbeltieren,
im Verlauf der Evolution die XY Geschlechtsbestimmung
durchgesetzt. Alle Tiere ohne Y-Chromosom sind weiblich,
alle Tiere mit mindestens einem Y-Chromosom sind männlich.
Also sind im Normalfall XX-Katzen wie in Ab-
bildung 3/2. Teil Weibchen und XY-Katzen wie in Abbildung l
Kater. Und mit diesem Modell-Kater wollen wir auch mit der
Mitose weitermachen. Es ist ein schwarzer Kurzhaar-Kater
(L/l) ohne Verdünnung (D/d), beide Gene liegen in
heterozygoter Form vor.
Wandernde Chromatiden bilden
Tochterzellen
Diese Schemazeichnung zeigt
das uns schon bekannte Bild einer Metaphase: die Chromosomen
sind aufspiralisiert, die Kernmembran ist bereits aufgelöst,
und die Chromosomen haben sich schon in der Äquatorialebene
angeordnet. Neu sind die Pfeile, die Ihnen lediglich eine
Vorstellung davon geben sollen, wie die Spindelfasern
ansetzen und in welche Richtung diese ziehen werden. Wir
nehmen wieder vereinfacht an, daß an jedem Zentromer nur
zwei Spindelfasern ansetzen, deren Zugrichtung zu genau
entgegengesetzten Zellpolen weist. Beim natürlichen Vorgang
sind es ganze Bündel von Spindelfaser, die an den
Zentromeren zerren. Wenn dann die Zentromere geteilt sind
und die beiden Spalthälften oder Chromatiden eines jeden
Chromosoms auseinanderweichen, dann bilden sich auch
dazwischen noch Spindelfasern, die die beiden Chromatiden
auseinanderdrücken. Dann gibt es auch
noch Fasern, die direkt von Zellpol zu Zellpol
verlaufen und sozusagen „Schienen" bilden, auf denen die
Chromatiden zu den Polen „gelenkt" werden. Also bleiben wir
lieber bei unserem einfachen Schema und kommen wir mit
Abbildung 3 zur nächsten Phase der Mitose, der Anaphase. In
der Anaphase werden die beiden Chromatiden eines jeden
Chromosoms mit Hilfe der Spindelfasern voneinander getrennt
und wandern zu gegenüberliegenden Zellpolen. Sobald die
Chromatiden an den Zellpolen angekommen sind, wird eine neue
Zellwand gebildet (gestrichelte Linie). Damit sind zwei
Tochterzellen entstanden, die, wie Sie leicht selber
nachprüfen können, genau die gleiche Gen- und
Allelenausstattung haben, wie die Ausgangszelle. Die
Chromosomen sind lediglich halb so dick, weil sie nur noch
jeweils aus einer Chromatide bestehen. Es folgt die
Telephase: Die Chromosomen beginnen sich zu entspiralisieren
und in beiden Tochterzellen wird eine neue Kernmembran
aufgebaut.
Durch Kopieren entstehen
wieder vollständige Chromatiden
Die anschließende Phase ist
die letzte Phase der Mitose. Oder ist es vielleicht die
erste Phase der nächsten Zellteilung, weil jetzt die
Voraussetzungen dafür geschaffen werden? Nun, auf jeden Fall
liegt diese Phase zwischen zwei Teilungen und heißt daher
Interphase. Als erstes wird für jedes Chromosom wieder eine
zweite Chromatide sythetisiert. Die Chromatide aus der
Ausgangszeile wird dabei als Vorlage benutzt, es wird eine
identische Kopie davon hergestellt: also gleiche
Nucleotidfolge, damit gleiche Gen- und Allelenausstattung.
Jetzt besteht jedes Chromosom wieder aus zwei absolut
identischen Chromatiden, nicht nur damit es in der nächsten
Teilung überhaupt wieder etwas zum Verteilen gibt, sondern
auch, weil jetzt gearbeitet wird. Es müssen von den für die
Aufgabe der Zelle notwendigen Genen Kopien angefertigt
werden, die dann im Zellplasma verarbeitet werden und so die
Funktion der Zelle garantieren oder zur Ausprägung eines
bestimmten Merkmals führen. Dabei können sich die beiden
Tochterzellen durchaus auseinanderentwickeln oder
differenzieren, aber nicht, weil sie eine unterschiedliche
Gen- bzw. Allelenausstattung haben, sondern weil in den
beiden Zellen unterschiedliche Gene abgelesen werden, je
nach Aufgabe der beiden Zellen.
Die Differenzierung führt zur
Organbildung
Gehen wir nun an den Anfang
der Entwicklung zurück. Nach der Befruchtung, also der
Verschmelzung von Spermium und Eizelle, durchläuft die
Zygote einige Mitosezyklen, dann findet eine grundlegende
Differenzierung statt. Die meisten Zellen machen weiterhin
mitotische Teilungen und differenzieren sich zu
Nervenzellen, Hautzellen, Nierenzellen, Leberzellen,
Drüsenzellen usw., sie bauen also die Organe auf und bilden
zusammen den Körper der Katze. Daher werden alle diese
Zellen Somazellen genannt. Die übrigen Zellen werden zu
Keimbahnzellen, bauen durch Mitosen bei der Katze die
Eierstöcke oder beim Kater die Hoden auf und stellen dann
die mitotischen Teilungen ein. Die Endprodukte der letzten
Mitosen der Keimbahn sind in den Eierstöcken oder Ovarien
die Oogonien, also die Vorläufer der befruchtungsfähigen
Eizellen oder Oocyten. in den Hoden entstehen die Vorläufer
der Spermien, die Spermatogonien.
Reduktion der Chromosomen ist
notwendig
Und jetzt kommt endlich die
Meiose ins Spiel. Durch diese besondere Zellteilungsvariante
entstehen einerseits aus Oogonien Oocyten und andererseits
aus Spermatogonien Spermien. Die Meiose läßt sich auch nicht
wie die Mitose als Zyklus beschreiben, sie stellt vielmehr
eine Art Einbahnstraße dar. Die Endprodukte der Meiose, die
Gameten (Sammelbegriff für Oocyten und Spermien) verfügen
nur noch über einen reduzierten Chromosomensatz, denn von
jedem Homologenpaar bleibt nur noch ein Chromosom übrig,
weshalb die Meiose auch Reduktionsteilung genannt wird.
Warum diese Reduktion notwendig ist, das wird einem sofort
klar, wenn man überlegt, daß die Zygote aus einer Eizelle
mit normalem Chromosomensatz und einem Spermium mit normalem
Chromosomensatz plötzlich über 76 Chromosomen verfügen
würde. Die nächste Generation ohne dazwischengeschaltete
Reduktionsteilung hätte dann schon 152 Chromosomen, die
nächste 304 Chromosomen usw. . . so geht das also nicht!
Die Meiose dauert wesentlich
länger
Schauen wir uns nun an
unserem Modell-Kater von Abbildung l den Ablauf der Meiose
an und sehen, wie das Problem gelöst wird. Auch die Meiose
beginnt mit einer Prophase. Aber die dauert viel länger als
die der Mitose. Die ganze Mitose dauert nur wenige Minuten
bis maximal ein oder zwei Stunden. Bei der Meiose dauert
allein die Prophase Stunden, manchmal Tage oder Wochen und
im Extremfall sogar Jahre oder Jahrzehnte, wie beim
Menschen.- Zur Unterscheidung vom mitotischen Geschehen wird
diese erste meiotische Prophase auch als Prophase-I
bezeichnet, was schon darauf hindeutet, daß es wohl eine
zweite meiotische Prophase geben muß und daß die Meiose aus
zwei unmittelbar zusammenhängenden Teilungen bestehen muß,
nämlich aus der Meiose-I und der Meiose-II. Aber greifen wir
nicht vor. In der Prophase-I werden nicht nur die
Chromosomen zur Transportform aufspiralisiert, sondern die
homologen Chromosomen lagern sich ganz eng aneinander, sie
„paaren" regelrecht. Die Paarung ist sehr eng und exakt, so
daß gleiche
Genorte
immer dicht nebeneinander liegen. Man nennt die entstandenen
Gebilde Bivalente, weil sie aus jeweils zwei homologen
Chromosomen bestehen. Ein anderer gängiger Name ist
Chromatidentetrade, weil ja jedes der beiden homologen
Chromosomen aus zwei Chromatiden besteht. Am Ende der
Prophase-I weichen die Paarungspartner wieder etwas
auseinander, die Kernmembran wird aufgelöst und die in
unserem Fall drei Bivalente ordnen sich in einer
Äquatorialebene an. In Abbildung 4 sehen Sie dann das
Ergebnis, die Metaphase-I. Sie sehen zwei vollständige
Bivalente und ein Gebilde, das nicht so ganz dazu paßt.
Hätten wir unsere Modell-Katze genommen, dann wären in der
Metaphase-I drei richtige Bivalente zu sehen gewesen, denn
die beiden X-Chromosomen sind vollständig homolog. X- und
Y-Chromosomen haben nur homologe Abschnitte, sie können, wie
in Abbildung 4, nur teilweise paaren. Aber diese Teilpaarung
reicht aus, um in der
folgenden Anaphase-I (Abbildung 5) eine zuverlässige
Aufteilung der Chromosomen auf die beiden Tochterzellen zu
gewährleisten.
Bei der ersten meiotischen
Teilung werden Chromosomen verteilt
Was die Pfeile in Abbildung
4 zu bedeuten hatte, das wissen Sie ja schon und Sie können
sich auch denken, daß es sich bei der Abbildung 5 um eine
stark vereinfachte Darstellung der Anaphase-I handelt.
Alles, was vorher bei der Mitose über Spindelfasern, Zug-
und Schubkräfte usw. gesagt wurde, gilt auch hier. Der große
Unterschied besteht darin, daß bei der ersten meiotischen
Teilung keine Chromatiden, sondern ganze Chromosomen
verteilt werden. Das soll aber nun nicht heißen, daß die
beiden Tochterzellen nicht das gesamte Genom abbekommen. In
jedem der beiden Chromosomen eines Homologenpaares stecken
ja dieselben Gene. Da jede der beiden Tochterzellen von
jedem Homologenpaar ein Chromosom bekommt, besitzt auch jede
der beiden Tochterzellen das gesamte Genom, nur die
Allelenausstattung kann in den beiden Tochterzellen
unterschiedlich sein. Schauen wir uns zur Erklärung noch
einmal die Abb. l an. Die markierten Gene sind Verdünnung
und Haarlänge, dazu geschlechtsbestimmende Gene auf den
Heterosomen. Die beiden Tochterzellen aus der Meiose-I
werden nach Abschluß der Teilung je ein Gen für die
Verdünnung und für die Haarlänge haben und dazu je ein
Heterosom für die Geschlechtsbestimmung, also jeweils das
volle Genom. Die Allele dagegen sind in den beiden
Tochterzellen unterschiedlich: Abb. 5/links: volle Farbe -
Langhaar - männlich, Abb. 5/rechts: Verdünnung - Kurzhaar -
weib-
lich.
Das nächste Mal werden wir
die Meiose zu Ende führen und versuchen, die ganze Sache
mathematisch-statistisch zu erfassen. Dann sehen wir auch
gleich, wo überall uns der Kollege Zufall stolpern läßt. Sie
können ja inzwischen mal versuchen, die Meiose-I mit unserer
Modell-Katze aus dem 2. Teil durchzuführen, denn wir wollen
später unsere beiden Modell-Tiere gedanklich verpaaren und
das „Zuchf"-Ergebnis analysieren.
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22.01.2008 19:36 |
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ofRevontulets .....
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 4 |
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Heute werden wir ohne besondere Einleitung die Meiose zu
Ende führen. Später fassen wir dann all das zusammen, was an
dieser besonderen Zellteilung für unser Vorhaben wichtig
ist. In der letzten Abbildung aus dem 3. Teil (Abb. 5) war
die Anaphase-I zu sehen. In der Telophase-I wandern die
beiden Chromosomengruppen zu den beiden Zellpolen und
verharren dort kurz in der Interkinese, einer speziellen
Interphase. Dabei werden die Chromosomen jedoch nicht
entspiralisiert, sondern verbleiben in der Transportform,
denn es folgt nun unmittelbar die Meiose-II. Ohne daß eine
Zellwand eingebaut oder Kernmembranen gebildet werden,
verhalten sich die beiden
Chromosomengruppen wie zwei getrennte Zellen, die nun
synchron eine mitoseartige Teilung vollziehen. Nach einer
kurzen Prophase-II ordnen sich die beiden Chromosomengruppen
in der Metaphase-II in zwei getrennte Aquatorialplatten an.
Die beiden Teilungsebenen stehen senkrecht zu der ersten
Teilungsebene, wie wir aus Abb. l entnehmen können.
Aus den Gameten werden Spermien
Wir sehen hier die Anaphase-II, und es sieht so aus, als
ob zwei mitotische Anaphasen nebeneinander gezeichnet wären.
Die beiden identischen Chromatiden eines jeden Chromosoms
sind voneinander getrennt worden. Der kleine Unterschied
besteht darin, daß in jeder Chromosomengruppe nur noch eines
der beiden Homoigen vorhanden ist. Es geht nun ganz normal
weiter. In der Telophase-II wandern die Chromosomen
endgültig zu den vier Zellpolen und beginnen sich zu
entspiralisieren. Es werden senkrecht zueinander zwei
Zellwände eingezogen und um jede der vier Chromosomengruppen
eine Kernmembran gebildet. Das Endprodukt sind vier
voneinander unabhängige Zellen in der Interphase, die vier
Gameten, die sich in unserem Fall getrennt voneinander zu
Spermien entwickeln, denn wir haben die Meiose ja an einem
Modell-Kater betrachtet. Hätten wir unsere Katze aus dem 2.
Teil als Modell genommen, dann wäre aus einem der vier
Teilungsprodukte eine Eizelle oder Oocyte entstanden, die
übrigen drei wären zu den sog. Polkörpern verkümmert.
Welches von den vier Teilungsprodukten nun zur Eizelle wird,
bleibt allerdings dem schon so oft erwähnten ZUFALL
überlassen. Bevor wir uns aber weiter mit dem ZUFALL
befassen, wollen wir die für unsere genetischen Analysen und
Berechnungen wichtigen Schritte der Meiose noch einmal
wiederholen und zusammenfassen.
Das Genom ist die Summe aller Gene
Jeder Organismus hat einen bestimmten Bauplan, dieser
wird in Form von Genen festgehalten. Die Summe aller Gene
ist das Genom, das auf eine bestimmte Anzahl von Chromosomen
verteilt ist. Diese charakteristische Anzahl von Chromosomen
nennt man auch den einfachen oder haploiden Chromosomensatz.
Von jedem Chromosom gibt es ein Duplikat. Es ist also in
jeder Zelle ein zweiter Chromosomensatz vorhanden, der dem
ersten Satz homolog ist, lediglich die Schalterstellungen
oder Allele der entsprechenden Gene können unterschiedlich
sein. Diesen doppelten Chromosomensatz bezeichnet man als
diploiden Chromosomensatz. Dieses „doppelte System" hat sich
in der Evolution bewährt, denn bei Ausfall eines
Bauplanteils kann auf das Duplikat zurückgegriffen werden.
Damit ist ein Überleben eher gesichert. Das Vorhandensein
verschiedener Allele läßt eine größere Vielfalt zu, was
letztendlich eine Anpassung an bestimmte oder auch
veränderte Umweltbedingungen erleichtert. Daß der Mensch
diese Allelenvielfalt dazu benutzt, verschiedene Varietäten
zu züchten, ist sein Problem. Wir als Züchter müssen uns
halt notgedrungen mit der Vererbungslehre herumschlagen, um
zu einem bestimmten Ziel zu kommen. Daß uns der ZUFALL
genügend Steine auf den Weg legt, sollten wir als „Laune der
Natur" betrachten. Arrangieren müssen wir uns damit auf
jeden Fall.
Vermehrungsteilungen lassen neues Tier entstehen
In der Meiose wird der diploide Chromosomensatz auf den
haploiden reduziert, daher auch der Name Reduktionsteilung.
Dieser Schritt ist notwendig, denn durch die Verschmelzung
von zwei haploiden Gameten, der Eizelle und dem Spermium,
soll bei der Befruchtung der Grundstein für einen neuen
diploiden Organismus gelegt werden. Das
Verschmelzungsprodukt ist die befruchtete Eizelle, die
Zygote, aus der durch Vermehrungsteilungen (Mitosen) ein
neues Tier heranwächst. Hinter dem System der Meiose
verbirgt sich aber noch ein anderer interessanter Aspekt:
Durch die zufällige Anordnung des Bivalente in der
Metaphase-I werden in dem eigentlichen Reduktionsschritt,
der Anaphase-I durch die zufällige Verteilung der Homologen
auf die beiden Zellpole die Allele neu kombiniert. Die
Meiose-II ist lediglich eine mitoseartige
Vermehrungsteilung, also aus zwei mach vier, denn von vier
Gameten sind immer je zwei absolut identisch.
Kombinationsmöglichkeiten
sind einfach darzustellen
Aber schauen wir uns jetzt
die im vorigen Absatz mehrfach erwähnten ZUFÄLLE bei der
Neukombination der Allele im Verlauf der Meiose-I nochmal
genauer an. Nehmen wir unseren Modell-Kater aus dem 3. Teil
und entwickeln daraus ein einfaches Verfahren, die
Kombinationsmöglichkeiten der Allele ohne die komplizierte
Malerei von schematischen Chromosomenbildchen voraussagen zu
können. Unser Ausgangspunkt ist der in Abb. 1/3. Teil
gezeigte Chromosomensatz. Wir numerieren die
Chromosomenpaare einfach durch. Das Chromosomenpaar Nr. l
trägt das Gen für die Farbdichte mit den Allelen D/d, das
Paar Nr. 2 das Gen für die Haarlänge mit den Allelen L/l
und das Paar Nr. 3 ist das Heterosomenpaar, von dem wir
stark vereinfacht sagen können, das X-Chromosom trägt die
Schalterstellung weiblich und das Y-Chromosom die
Schalterstellung männlich. Machen wir es uns noch
einfacher und schreiben den Ge-
notyp wie folgt auf: D/d, L/l, X/Y. Diese
Schreibweise besagt, daß es sich um einen Kater (Y) handelt.
Die Fellfarbe ist unverdünnt (D), also ist das Tier bei
schwarzer Grundfarbe wirklich schwarz. Außerdem ist unser
Kater wunderschön kurzhaarig (L). Bezüglich der rezessiven
Allele d und l können wir nur spekulieren, es
sei denn, ein Eiter (Ja, Sie haben richtig gelesen! In der
genetischen Ausdrucksweise gibt es eine Einzahl von Eltern,
nämlich Elter.) unseres Katers sei blau (d/d) und
langhaarig (l/l) gewesen. Aber spekulieren wir für
unser Modell nicht, sondern nehmen den oben aufgeschriebenen
Genotyp einfach mal so hin und überprüfen später unsere
Annahme. Nehmen wir jetzt die Abb. 4/Teil 3 zu Hilfe
und spielen alle möglichen Anordnungsvarianten durch. Der
Ausgangsgenotyp unseres Modell-Katers ist immer der gleiche,
aber wenn wir die Anordnung der Bivalente in der Metaphase-I
verändern, dann ergeben sich für die Teilungsprodukte der
Anaphase-I (Abb. 5/Teil 3) eine ganze Reihe
verschiedener Allelenkombinationen.
Acht Möglichkeiten bei nur 3
Merkmalen
1. Möglichkeit:
Die Äquatorialplatte ist genau so wie aufgezeichnet. Die
beiden Spermientypen haben die Allelenkombinationen D, l, Y
und d, L, X.
2. Möglichkeit:
Drehen wir in Gedanken das l. Bivalent (l. Chromosomenpaar)
um, dann bekommen die beiden Spermientypen die Kombinationen
d, l, Y und D, L, X.
3. Möglichkeit:
Wenn wir nur das Heterosomenbivalent umdrehen und die beiden
anderen Bivalente so lassen, wie aufgezeichnet, dann führt
das zu zwei neuen Spermientypen: D, l, X und d. L, Y.
4. Möglichkeit:
Es bleibt als letzte Variante, das 2. Bivalent (2.
Chromosomenpaar) umzudrehen, die beiden anderen Bivalente
bleiben wie aufgezeichnet. Die beiden möglichen
Spermientypen sind dann D, L, Y und d, l, X.
Sortieren wir unser
Ergebnis:
D, L, X D, L, Y
D, l, X D, l, Y
d, L, X d, L, Y
d, l, X d, l, Y
Betrachten wir also für
eine Kreuzungsanalyse inclusive der Geschlechtsbestimmung
drei Merkmale, und liegen die drei Merkmale auf
verschiedenen Chromosomen, und sind alle drei Merkmale
gentypisch heterozygot, dann sind genau acht verschiedene
Typen von Spermien oder acht verschiedene
Allelenkombinationen möglich.
Drücken wir das Ganze
mathematisch aus:
Wir verfolgen die Ausprägung von n = 3 Merkmalen, die
unabhängig voneinander vererbt werden, weil die Gene auf
verschiedenen Chromosomen lokalisiert sind. Wir wissen auch,
daß von jedem Gen zwei unterschiedliche Allele vorhanden
sind, wobei wir die Geschlechtsbestimmung der Einfachheit
halber als Gen mit den Allelen weiblich (X) und männlich (Y)
betrachten. Dann können wir folgende Rechnung aufmachen:
Anzahl der
Kombinationsmöglichkeiten = 2 hoch n
In unserem speziellen Fall
sind also 2 3 = 8 Kombinationen oder Spermientypen möglich,
also genau die Anzahl, die wir auf umständliche Art weiter
oben auch schon herausbekommen haben. Übertragen wir diesen
Rechenweg auf einen richtigen Kater und berechnen nur die
Möglichkeiten, die sich aus der zufälligen Anordnung der
n = 19 Bivalente in der Metaphase-I ergeben, dann kommen
wir auf mehr als 1/2 Million Spermientypen, denn 2 hoch
19 = 524.288. Dieselbe Zahl ergibt sich natürlich auch
bei der Katze bezüglich der unterschiedlichen Eizellentypen,
denn das zweimal vorkommende X-Chromosom darf nicht
vernachlässigt werden. Es ist zwar bezüglich der
Schalterstellung „weiblich" homozygot, trägt aber noch eine
ganze Reihe anderer Gene, von denen mindestens eines
heterozygot ist, so daß die beiden X-Chromosomen mindestens
bei einem Gen unterschiedliche Merkmalsausprägungen vererben
und somit genetisch unterscheidbar sind. Aber bleiben wir
auf dem Boden der Tatsachen und verlassen das theoretische
Spiel mit den großen Zahlen. Schauen wir uns lieber eine
brauchbare Tabelle an, mit deren Hilfe wir die
Allelenkombinationen ohne die lästige Chromosomenzeichnerei
bestimmen können.
|
Allele
|
mögliche Altelenkombinationen |
|
D/d
|
D
|
d
|
|
L/l
|
L
|
1(1)
|
L
|
1(1)
|
|
X/Y
|
X
|
Y
|
X
|
Y
|
X
|
Y
|
X
|
Y
|
|
Gameten |
D
|
D
|
D
|
D
|
d
|
d
|
d
|
d
|
|
L
|
L
|
l
|
l
|
L
|
L
|
l
|
l
|
|
X.
|
Y
|
X
|
Y
|
X
|
Y
|
X
|
Y
|
In der ersten Reihe wird
das erste Allenpaar D/d untergebracht. Die zweite
Reihe enthält das zweite Paar L/l zweimal, denn jedes
Allel aus der zweiten Reihe kann ja mit jedem Allel aus der
ersten Rei-
he Kombiniert werden. In der dritten Reihe steht das dritte
Allelenpaar (hier die „Schalterstellungen"
weiblich oder männlich) X/Y vierfach, denn jedes der
beiden Allele kann ja mit den schon vorhandenen
Kombinationen aus der zweiten Reihe kombiniert werden.
Dieses System ließe sich noch beliebig fortsetzen.
Dann kommen wir aber sehr schnell wieder in den Bereich der
großen Zahlen, mit denen eine vernünftige Arbeit nicht
möglich ist. Die vierte Reihe müßte nämlich das Allenpaar
achtfach und die fünfte Reihe sechzehnfach enthalten. Wenden
wir die Tabelle auf unsere Modell-Katze vom 2. Teil an. Sie
erinnern sich sicher daran, daß es sich um eine blaue
Kurzhaar-Katze mit dem Genotyp
d/d. L/l, X/X handelt. In der ersten Reihe steht
wieder, analog zum Kater, das Allelenpaar d/d des
Verdünnungsgens.
Da aber unsere Modell-Katze für dieses Gen homozygot ist,
muß das Allel nur einmal eingetragen werden, denn das zweite
Allel ist identisch und eröffnet keine neuen
Kombinationsmöglichkeiten.
|
Allele |
mögliche Allelenkombinationen |
|
d/d
|
d
|
(d)
|
|
L/l
|
L
|
|
|
(L)
|
(l)
|
|
X/X
|
X
|
(X)
|
X
|
(X)
|
(X)
|
(X)
|
(X)
|
(X)
|
|
Gameten |
d
|
|
d
|
|
|
|
|
|
| |
L
|
|
i
|
|
|
|
|
|
| |
X
|
|
X
|
|
|
|
|
|
Ich habe nur der
Vollständigkeit halber die überflüssigen Allele in Klammern
eingetragen. In Zukunft kann man diese der Übersichtlichkeit
wegen weglassen. In der zweiten Reihe steht das Allenpaar
L/l, aber nur einmal, denn jedes der beiden Allele kann
ja nur mit dem einen d kombiniert werden. In der
dritten Reihe befindet sich schließlich das homozygote
Heterosomenpaar X/X. Auch dieses Paar muß nur einmal
auftauchen, weil die restlichen Kombinationen überflüssig
sind. Wir verfolgen auch hier drei Merkmale, aber nur n =
l Merkmale weisen zwei unterschiedliche Allele auf. Also
gibt es nur 2 hoch n = 2 hoch 1 = 2 unterschiedliche
Eizellentypen mit den Allelen d/L/X und d/l/X.
Sie sehen also, daß sowohl bei der Bildung der Spermien als
auch bei der der Eizellen schon eine ganze Menge Zufall im
Spiel ist. Aber ganz unkalkulierbar ist die Sache doch
nicht, insbesondere wenn man nur wenige Merkmale aufs Korn
nimmt. Das nächste Mal werden wir unsere beiden Modell-Tiere
verpaaren und berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit wir
welches „Zucht"-Ziel erreichen können.
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22.01.2008 19:38 |
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 5 |
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Im letzten Teil haben wir schon ein wenig mit
Wahrscheinlichkeiten und Zufällen spekuliert. Heute wollen
wir uns mit Hilfe weiterer Tabellen auf den etwas
schwankenden Boden der Wahrscheinlichkeitsrechnungen begeben. Wir werden dann unterscheiden
lernen, wo wir sichere Aussagen machen können und wo wir
leider trotz unserer Berechnungen auf Spekulationen
angewiesen
bleiben. Aber zunächst zurück zur Tabelle l/Teil 4. Wir
haben für einen schwarzen Kurzhaar-Kater drei Gene
(Farbdichte, Haarlänge, Geschlechtsbestimmung) in den
Blickwinkel unserer Aufmerksamkeit gerückt und die
verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der dazugehörigen Allele bei der Spermienentwicklung bestimmt. Wir sind davon
ausgegangen, daß wir auch den Genotyp unseres Katers genau
kennen und haben herausbekommen, daß acht verschiedene
Spermientypen möglich sind.
Wahrscheinlichkeitsberechnungen leben von großen Zahlen,
wie Statistiken. Je größer die Anzahl der Individuen (hier
Anzahl der Spermien) ist, desto genauer sind die
berechenbaren prozentualen Anteile. Da Spermien immer im
Überschuß produziert werden, also sehr viel mehr als zur
Befruchtung notwendig sind, können wir davon ausgehen, daß
trotz aller Zufälle bei der Anordnung zur Metaphase-I alle
acht Typen etwa gleich häufig vorkommen.
Prozentuale Anteile der Spermientypen sind berechenbar
Wie häufig, nun das ist einfach. Es sind acht
verschiedene Spermientypen möglich, also macht jeder Typ
genau 1/8 der gesamten Spermienanzahl aus. Aber in
Wahrscheinlichkeitsrechnungen arbeitet man nicht gerne mit
Brüchen oder Bruchteilen, sondern man wandelt diese in
Dezimalzahlen oder Prozente um. Dazu teilt man einfach den
Zähler des Bruches durch den Nenner, also: 1:8 = 0,125.
Jetzt brauchen Sie nur noch das Komma um zwei Stellen nach
rechts zu verschieben, dann haben Sie die entsprechende
Prozentzahl, also: 1:8 = 0,125 = 12,5 %. Jetzt kann man
sagen, daß ein bestimmter Spermientyp (zum Beispiel der mit
der Allelenkombination d,l,Y) mit einer Wahrscheinlichkeit
von 0,125 auftreten wird oder daß 12,5 Prozent der Spermien
diese bestimmte Allelenkombination tragen. Natürlich müssen
alle Wahrscheinlichkeiten zusammen l ergeben und alle
Prozentzahlen zusammen 100 Prozent. Wenn nicht, dann müssen
wir uns auf die Suche nach einem Rechenfehler machen. Bei
unserer Modell-Katze (Tabelle 2/Teil 4) sieht die Sache
zunächst sehr viel einfacher aus. Es gibt nur zwei Typen von
Eizellen, also macht jeder Einzeltyp die Hälfte der gesamten
Eizellenzahl aus.1:2 = 0,50 = 50 % Wenn wir jetzt berechnen
wollen, wie häufig aus dieser Verpaarung ein blauer
Langhaar-Kater (d/d, 1/1, Y/Y) fällt, brauchen wir nur noch
die Wahrscheinlichkeit für die entsprechenden
Allelenkombination im Spermium (d, l, Y) = 0,125 mit der
Wahrscheinlichkeit der notwendigen Allelenkombination in der
Eizelle (d, l, X) = 0,5 miteinander zu multiplizieren: 0,125
x 0,5 = 0,0625 = 6,25 % Wenn wir also strikt nach unseren
Berechnungen gehen, dann erreichen wir unser „Zuchtziel"
blauer Langhaar-Kater aus dieser Verpaarung nur mit einer
Wahrscheinlichkeit von 0,0625, oder nur 6,25 Prozent aller
Jungtiere zeigen die gewünschten Merkmale.
Theorie berücksichtigt den Zufall
Anders ausgedrückt heißt das, daß nur jedes 16. Baby
unseren „Zucht"-Vorstellungen entspricht. So viel zur
theoretischen Mathematik. Und wo steckt nun der Zufall?
Spielen wir ein wenig mit den gefundenen Zahlen und
versuchen damit herauszufinden, welche Aussage wir machen
können. Unsere Berechnung besagt lediglich, daß unter den
ersten drei bis vier Würfen eigentlich ein blauer
Langhaarkater auf die Welt kommen müßte. Das kann gleich im
ersten Wurf passieren, dann haben wir Gluck gehabt. Unser
„Wunsch-Kater" kann aber auch erst im 4. Wurf auftauchen,
oder es werden im 8. Wurf (immer unter der Voraussetzung,
daß in jedem Wurf vier Babys zur Welt kommen) gleich zwei
blaue Langhaar-Kater geboren, oder im 16. Wurf sogar alle
vier auf einmal. Wenn Sie sich die Mühe machen und alles
nachrechnen, werden Sie sehen, daß alle Annahmen mit der
zuvor berechneten Wahrscheinlichkeit 0,0625 übereinstimmen.
Die Zahl 0,0625 deutet ja darauf hin, daß das erwartete
Ereignis sehr selten auftreten wird. Und dann dürfen wir
nicht vergessen, daß uns der Zufall noch kräftig
dazwischenpfuscht.
"Der lange Marsch" der Spermien begünstigt den Zufall
Da sind zunächst die Spermien. Wir haben schon vermutet,
daß wegen der großen Anzahl die Häufigkeiten den
Berechnungen wohl sehr nahe kommen. Aber nicht alle
gebildeten Spermien sind auch lebens- und bewegungsfähig.
Die Spermien, die zur Befruchtung kommen, müssen jedoch
vollkommen und fit sein, denn nach der Ejakulation haben sie
noch einiges vor sich. Sie müssen ja zu der unbeweglichen
Eizelle hinschwimmen, und das ist für so ein kleines Gebilde
ein gewaltiger Weg. Auf diesem langen Marsch gehen viele
zugrunde. Dann gibt es da noch einen Unterschied. Man sagt,
daß die Spermien mit dem X-Chromosom zwar ausdauernder sind
dafür seien aber die mit dem Y-Chromosom schneller. Und
dann, mit letzter Kraft bei der Eizelle angekommen, müssen
sie auch noch die relativ stabile Eihülle durchdringen, auch
da bleibt noch manches Spermium auf der Strecke. Durch all
diese Widrigkeiten kann das vorher so schön ausgewogene
Gleichgewicht der Häufigkeiten sehr schnell verschoben
werden. Dann die Entwicklung der Eizellen. Wir haben schon
gesehen, daß allein der Zufall bestimmt, welches von den
vier Teilungsprodukten der Meiose tatsächlich zur Eizelle
wird. Aufgrund der kleinen Zahl der Oogonien, die sich pro
Zyklus zur Eizelle entwickeln und dann zum Eisprung kommen,
wird hier im Gegensatz zur Spermienentwicklung von
vornherein ein Ungleichgewicht das Ergebnis sein. Dies alles
mag ja für unsere Planungen sehr unbefriedigend sein, aber
es ist uns ja auch schon geholfen, wenn wir voraussagen
können, daß eine bestimmte Merkmalskombination bei den
Nachkommen aus einer bestimmten Verpaarung „häufig",
„selten" oder „fast gar nicht" vorkommen kann. Viel
wichtiger scheint mir die Aussage, was bei einer Verpaarung
überhaupt oder überhaupt nicht herauskommen kann. Darüber
hinaus lassen sich durch sorgfältige Analysen häufig auch
noch eventuelle Lücken im Genotyp der Elterntiere schließen.
Die Tabelle l zeigt ein allgemeines Raster zur Durchführung
solcher Kreuzungsanalysen. Oben werden alle möglichen
Allelenkombinationen der Eizellen eingetragen, links die
Allelenkombinationen in den Spermien. In den Feldern 1-64
lassen sich dann durch einfaches Zusammenschreiben die zu
erwartenden Genotypen entwickeln und daraus die möglichen
Phänotypen ableiten. Gleichzeitig lassen sich aus dieser
Tabelle dann die Häufigkeiten bestimmter
Merkmalsausprägungen oder Merkmalskombinationen ablesen. Die
Felder sind deshalb durchnumeriert, damit später bei der
Besprechung des Ergebnisses nicht immer der ganze Genotyp
wiederholt werden muß, sondern der Hinweis auf ein
bestimmtes Feld genügen kann.
Phänotyp ist nicht gleich Genotyp
In Tabelle 2 sind die Kombinationen aus Tabelle 2/Teil 4
(oben) und Tabelle l/Teil 4 (links) eingetragen und die
möglichen Genotypen ausgefüllt. Aus der freien
Kombinierbarkeit von zwei Einzeltypen mit acht Spermientypen
vererben sich glücklicherweise nur 2 x 8 = 16 Genotypen,
sodaß die Besprechung einfacher sein wird als Sie erwartet
haben, als Sie die 64 Felder aus Tabelle l gesehen haben.
Ich habe aber das Raster absichtlich nicht verkleinert, weil
wir später sicher noch Verpaarungen diskutieren, bei denen
64 Felder durchaus notwendig und sinnvoll sind. Fangen wir
mit Feld l an, das ist phänotypisch eine schwarze
Kurzhaar-Katze.Wenn wir auf die Suche nach demselben
Phänotyp gehen, werden wir auf den Feldern 9 und 3 fündig,
wobei es sich bei diesen beiden auch noch um denselben
Genotyp handelt. Es bleibt allerdings die Einschränkung, daß
wir ein schwarzes Kurzhaar-Kätzchen keinem der beiden
Genotypen (Feld l einerseits und Felder 9+3 andererseits)
zuordnen können. Auf jeden Fall können wir aber sagen, daß
mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1875 (3/16 = 0,1875 =
18,75 Prozent) schwarze weibliche Kurzhaarwelpen im Wurf zu
finden sein werden.
Katze►
Kater▼
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
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01
|
09
|
17
|
25
|
33
|
41
|
49
|
57
|
|
|
02
|
10
|
18
|
26
|
34
|
42
|
50
|
58
|
|
|
03
|
11
|
19
|
27
|
35
|
43
|
51
|
59 |
|
|
04
|
12
|
20
|
28
|
36
|
44
|
52
|
60 |
|
|
05
|
13
|
21
|
29
|
37
|
45
|
53
|
61
|
|
|
06
|
14
|
22
|
30
|
38
|
46
|
54
|
62
|
|
|
07
|
15
|
23
|
31
|
39
|
47
|
55
|
63
|
|
|
08
|
16
|
24
|
32
|
40
|
48
|
56
|
64
|
Im Feld 2 finden wir den Genotyp für ein schwarzes
Kurzhaar-Katerchen. In den Feldern 10 und 4 steht ein
zweiter Genotyp, der aber zum gleichen Phänotyp wie der von
Feld l führt. Es gelten also die gleichen Aussagen über
Einschränkungen und Wahrscheinlichkeiten wie oben. Wenn wir
einmal das Geschlecht außer acht lassen, dann ergeben sich
aus unserer Modell-Verpaarung mit einer Wahrscheinlichkeit
von 0,375 (6/16 = 0375 = 37,5 Prozent) schwarze
Kurzhaar-Babys, das sind also eventuell etwas mehr als ein
Drittel des gesamten Wurfes, wenn uns der Zufall nicht allzu
übel mitspielt. Dieselben Zahlenverhältnisse finden wir in
Feld 5, den Feldern 13 und 7 sowie im Feld 6 und den Feldern
14 und 8 für blaue Kurzhaar-Katzen einerseits und blaue
Kurzhaar Kater andererseits. Aber wir können aus dem
Auftreten der blauen Farbe erstmals einen zuverlässigen
Rückschluß auf den Genotyp des Katers wagen, falls dessen
Hetereozygotie bezüglich der Farbdichte nicht bekannt
gewesen wäre. Da die blauen Nachkommen auf jeden Fall
homozygot (dd) sein müssen, brauchen sie sowohl von der
Mutter wie auch vom Vater ein rezessives d, der Kater muß
also als schwarzes Tier heterozygot (Dd) sein, anders geht
das gar nicht. Wir können das Ergebnis bis hierher auch
anders beschreiben: Über zwei Drittel der Welpen werden
kurzhaarig sein. Die eine Hälfte davon ist schwarz, die
andere blau.
Katze►
Kater▼
|
dLX |
dlX |
|
|
|
|
|
|
|
DLX |
DdLLXX |
DdLlXX |
|
|
|
|
|
|
|
DLY |
DdLLXY |
DdLlXY |
|
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DlX |
DdLlXX |
DdllXX |
|
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|
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|
DlY |
DdLlXY |
DdllXY |
|
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dLX |
ddLLXX |
ddLlXX |
|
|
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|
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|
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dLY |
ddLLXY |
ddLlXY |
|
|
|
|
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|
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dlX |
ddLlXX |
ddllXX |
|
|
|
|
|
|
|
dlY |
ddLlXY |
ddllXY |
|
|
|
|
|
|
Heterozygote Merkmale zeigen sich in den Nachkommen
Und der Rest? Das sind die eher seltenen ausgefallenen
Phänotypen, die aber den Vorteil haben, daß sich der
dazugehörige Genotyp zweifelsfrei festschreiben läßt.
Schauen wir uns Feld 11 an: ein neuer Phänotyp, der weder
Mutter noch Vater gleicht. Die Katze ist schwarz, aber
langhaarig. In Feld 12 steht der Genotyp des entsprechenden
Katers. Die beiden Welpen müssen bezüglich der Farbdichte
heterozygot sein, sonst wären sie nicht schwarz. Da die
Mutter nur das Verdünnungsallel (d) liefern kann, müssen sie
vom Vater die volle Farbe (D) geerbt haben. Sie müssen aber
auch unbedingt von beiden Eltern je ein Langhaar-.Allel (11)
bekommen haben, denn sonst würde das dominante
Kurzhaar-Allel (L) durchgeschlagen haben. Umgekehrt können
wir daraus schließen, daß beide Eltern bezüglich der
Haarlänge heterozygot sein müssen, denn sonst könnten sie
als Kurzhaar-Katzen die Langhaarigkeit nicht vererben. Die
Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieses Phänotyps
beträgt 0,0625 (1/16 = 0,0625 = 6,25 %) oder für Katze und
Kater zusammen 0,125 oder 12,5 Prozent. Bleiben noch zwei
Felder übrig, nämlich Feld 15 und Feld 16. Auch dort
versteckt sich ein neuer Phänotyp: blau und langhaarig als
Katze (Feld 15) und als Kater (Feld 16). Die
Wahrscheinlichkeiten stimmen wieder mit denen aus den
Feldern 11 bzw. 12 überein. Wir haben weiter oben über
diesen Kater (Feld 16) als „Zucht"-Ziel unserer
Modell-Verpaarung schon spekuliert und sind auf anderem
Rechenweg zu derselben Wahrscheinlichkeit von 0,0625
gekommen. Es führen offensichtlich mehrere Wege zum Ziel.
Die Auswahl des Weges hängt davon ab, welche Aussage man
machen will. Wenn man bestimmen will, welche Merkmale oder
welche Merkmalskombinationen vorkommen bzw. nicht vorkommen
können, bleibt sicher nichts anderes übrig, als alle drei
Tabellen zu Hilfe zu nehmen. Wenn man nur berechnen will,
mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmter Phänotyp
auftreten wird, genügt die weiter oben beschriebene einfache
Berechnung.
Und nun eine kleine Aufgabe
Nehmen Sie die Tabelle „Allelenkombinationen" vom Schluß
des letzten Teils und füllen Sie sie aus, einmal für unsere
blaue Kurzhaar-Katze und einmal für unseren schwarzen
Kurzhaar-Kater. Aber ersetzen Sie alle unklaren Allele durch
den Bindestrich als Platzhalter, gehen Sie jeweils nur vom
Phänotyp aus. Übertragen Sie dann die Ergebnisse inklusive
Platzhalter auf die nachfolgende Tabelle 3. Wir werden dann
im nächsten Teil das Ergebnis ausführlich diskutieren. Viel
Spaß beim Ausfüllen und beim Nachdenken darüber, was daran
denn so viel anders sein soll als in Tabelle 3.
|
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22.01.2008 19:41 |
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 6 |
 |
Raucht Ihnen der Kopf noch von
den mathematischen Spielereien aus dem letzten Teil? Gut,
das zeigt, daß Sie sich wenigstens damit beschäftigt haben.
Nachdem uns die rechnerische Begründung gelungen ist, werden
wir uns mit den daraus abgeleiteten einfacheren
Formulierungen „häufig", „selten" und „sehr selten" begnügen
können, denn wir wissen ja nun, welche zahlenmäßigen
Häufigkeiten hinter solchen Aussagen stecken können.
Aber wenden wir uns zunächst
der Aufgabe aus dem letzten Teil zu. Wir sind von der
Annahme ausgegangen, daß von den Elterntieren keine
Stammbäume existieren bzw. daß die entsprechenden Genotypen
nicht ableitbar sind. Wir können uns also nur auf die Allele
stützen, die im Phänotyp erkennbar sind. Fangen wir mit dem
weiblichen Tier an, einer blauen Kurzhaarkatze. Blau
bedeutet verdünntes Schwarz, sie muß also für das Allel d
homozygot sein (d/d). Damit die Haare kurz sind, muß das Gen
für die Haarlänge mindestens einmal mit dem dominanten Allel
L besetzt sein, über das zweite Allel ist keine Aussage
möglich: also Bindestrich. Dann noch zweimal das X-Chromosom
dazu, und fertig ist die Tabelle l.
|
Allele |
mögliche
Allelenkombinationen |
|
d/d |
d |
|
|
L/- |
L |
- |
|
|
|
X/X |
X |
|
X |
|
|
|
|
|
Gameten
|
d
L
X |
|
d
-
X |
|
|
|
|
|
Wenden wir uns dem schwarzen
Kurzhaar-Kater zu. Das Gen für die Farbdichte muß mindestens
einmal mit dem dominanten Allel D besetzt sein, das zweite
Allel bleibt buchstäblich hinter dem Schwarz der
unverdünnten Farbe verborgen: also Bindestrich. Was die
Haarlänge betrifft, liegen dieselben Verhältnisse vor wie
bei der Katze, also L/-. Nun noch die beiden Heterosomen X
und Y dazu, und das Ergebnis sollte so aussehen wie Tabelle
2. Wenn gegenüber Ihrer Lösung ein paar Felder vertauscht
sind, ist das Ergebnis trotzdem richtig. Sie haben dann
vielleicht eine andere Reihenfolge der Gene angenommen oder
die Allele anders angeordnet. Schließlich ist es ja egal, ob
das Verdünnungs-Gen oder das Gen für die Haarlänge an erster
Stelle steht. Ebenso spielt es für den Phänotyp keine Rolle,
ob man zum Beispiel D/- oder -/D schreibt. Es haben sich
jedoch in der Genetik gewisse „Schreibregeln" eingebürgert,
und wir sollten uns von Anfang an daran halten. Die zu einer
bestimmten Analyse notwendigen Gene werden in alphabetischer
Reihenfolge aufgeschrieben, und bei jedem Allelenpaar steht
das dominante Allel an erster Stelle. Somit heißt der
Genotyp unserer Katze d/d, L/-, X/X und der unseres Katers
D/-, L/-, X/Y. Genau in der gleichen Reihenfolge werden die
Eintragungen in die Tabellen vorgenommen.
|
Allele |
mögliche
Allelenkombinationen |
|
D/- |
D |
- |
|
L/- |
L |
- |
L |
- |
|
X/X |
X |
Y |
X |
Y |
X |
Y |
X |
Y |
Gameten
|
D
L
X |
D
L
Y |
D
-
X |
D
-
Y |
-
L
X |
-
L
Y |
-
-
X |
-
-
Y |
In dieser Tabelle fallen
sofort die zahlreichen Bindestriche auf. Nur bei 2 von 8
möglichen Spermientypen kann eine bestimmte
Allelenkombination vorausgesagt werden, eine derartige
Verpaarung wäre also mit vielen Unsicherheitsfaktoren belastet.
Diese Aussage gilt generell für Verpaarungen, bei denen in
einem oder sogar in beiden Partnern mehrere Gene mit
dominanten Allelen ausgestattet sind. Die entsprechenden
rezessiven Allele können soüber einige Generationen
unerkannt weitergetragen werden und können meist dann zur
Ausprägung, wenn niemand mehr damit rechnet. Solchen
Überraschungen ist nur mit konsequenter Linienzucht
beizukommen. Erst nach einigen Generationen ohne
„Ausrutscher" kann man dann mit ziemlicher Sicherheit drauf
schließen, daß der entsprechende Eiter homozygot für ein
bestimmtes dominantes Allel ist. Gehen wir zu Tabelle 3, die
jeine Zusammenfassung der in den beiden vorigen Tabellen
ermittelten Gametentypen darstellt. Diese sogenannte
„Kreuzungstabelle,, zeigt, welche Phänotypen möglich bzw.
ausgeschlossen sind, welche Genotypen welchen Phänotypen
zugrunde liegen können und ermöglicht schließlich unter
bestimmten Voraussetzungen Rückschlüsse auf den Genotyp
eines oder beider Eltern.
|
Katze |
|
| |
dLX |
d-X |
|
|
|
|
|
|
|
Kater |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
DLX |
DdLLXX |
DdL-XX |
|
|
|
|
|
|
|
DLY |
DdLLXY |
DdL-XY |
|
|
|
|
|
|
|
D-X |
DdL-XX |
Dd--XX |
|
|
|
|
|
|
|
D-Y |
DdL-XY |
Dd--XY |
|
|
|
|
|
|
|
-LX |
-dLLXX |
-dL-XX |
|
|
|
|
|
|
|
-LY |
-dLLXY |
-dL-XY |
|
|
|
|
|
|
|
--X |
-DL-XX |
-d--XX |
|
|
|
|
|
|
|
--Y |
-dL-XY |
-d--XY |
|
|
|
|
|
|
Wie zu erwarten, sieht es in
der obigen Tabelle bezüglich der Bindestriche auch nicht
besser aus. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen, die
Analyse ist einfacher als Sie denken. Wir verwenden zur
Besprechung einzelner Felder oder Feldergruppen wieder das
Zahlenraster aus dem letzten Teil. Fangen wir mit der Farbe
an. Was erwarten wir denn, wenn ein Kater mit unverdünnter
Farbe (hier schwarz) mit einer Katze mit Verdünnung (hier
blau) verpaart wird? Die einen werden sagen: „Die Hälfte der
Welpen ist schwarz, die andere Hälfte ist blau". Andere
werden diese Meinung vertreten: „Alle Welpen sind schwarz,
denn das Allel für die volle Farbe (D) ist dominant". Sind
alle Nachkommen aus mehreren Würfen derselben Verpaarung
wirklich schwarz, dann können wir mit ziemlicher Sicherheit
sagen, daß der Kater bezüglich des Gens für die Farbdichte
homozygot (D/D) ist, die Felder 5-8 und 13-16 können dann
mit der Allelenkombination (D/d) ergänzt werden. Ganz sicher
ist jedoch immer, daß alle schwarzen Nachkommen heterozygot
(D/d) sein müssen, wie in den Feldern 1-4 und 9-12 schon
eingetragen. Fällt jedoch auch nur ein einziges blaues
Kätzchen oder Katerchen, dann steht fest, daß der Kater
heterozygot (D/d) ist, die Felder 5-8 und 13-16 müssen dann
mit d/d belegt werden.
Also nochmal: Nur ein einziges
blaues Kätzchen oder Katerchen, egal in welchem Wurf dieser
Verpaarung, belegt mit absoluter Sicherheit, daß der Kater
bezüglich der Farbdichte heterozygot (D/d) ist. Eine
Homozygotie (D/D) kann jedoch lediglich vermutet werden,
wenn in mehreren Würfen nur schwarze Welpen fallen. Die
Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit dieser Vermutung ist
um so größer, je größer die Anzahl der schwarzen Nachkommen
aus dieser Verpaarung ist. Aber: Nur ein „Blaues", egal ob
der 20., 50. oder 99. Nachkomme, macht die Annahme der
Homozygotie null und nichtig. Dann steht fest, der Kater ist
heterozygot. Jetzt zur Haarlänge. Ganz klar: Kurzhaar-Katze
und Kurzhaar-Kater bringen Kurzhaar-Babys. Aber ganz so
einfach ist die Sache nicht. Unbestritten ist, daß die
meisten Nachkommen tatsächlich kurzhaarig sein müssen, da
beide Eltern zumindest ein dominantes Allel (L) beisteuern.
Die Felder 1-10 und 13-14 zeigen eindeutig Genotypen von
Kurzhaar-Katzen oder -Katern, egal wie das zweite Allel
aussieht. Aber die Wahrscheinlichkeit für die Homozygotie
der Eltern ist hier nicht einfach um so größer, je. größer
die Anzahl der kurzhaarigen Nachkommen ist. Zum einen sind
ja selbst bei doppelter Heterozygotie schon 3/4 aller Welpen
kurzhaarig, zum ändern wird man nie bestimmen können,
welcher der beiden Eltern homozygot sein könnte oder ob
sogar möglicherweise beide Eltern homozygot sind. Eines ist
jedoch auch hier ganz sicher: Sollte auch nur ein einziges
langhaariges Kätzchen oder Katerchen fallen, dann müssen
beide Eltern heterozygot (L/l) sein! Eine andere
Konstellation ist überhaupt nicht möglich. Nur wenn beide
Eltern jeweils ein rezessives Langhaar-Allel (l) beisteuern
können, entwickelt sich ein Langhaarkätzchen oder Katerchen
mit dem homozygot-rezessiven Allelenpaar 1/1.
Ein ganz besonderes Ereignis
wäre es, wenn ein blaues Langhaar-Kätzchen oder Katerchen
fallen würde, weil die Wahrscheinlichkeit dafür äußerst
gering ist. Nur die Felder 17-18 lassen sich so ergänzen,
daß ein Genotyp entsteht, der für beide Gene mit den
homozygot-rezessiven Allelepaaren (d/d, 1/1) ausgestattet
ist. Das ist rechnerisch gesehen gerade 1/8 der Nachkommen.
Für die Bestimmung des Genotyps der Eltern wäre dieses
Kätzchen oder Katerchen allerdings der Glückstreffer: Ein
blaues Langhaar-Baby kann ausschließlich dann fallen, wenn
der Kater für die Farbdichte heterozygot (D/d) ist und wenn
beide Eltern für die Haarlänge ebenfalls heterozygot (L/l)
sind. So viel zunächst einmal zu Statistik,
Wahrscheinlichkeit und Kreuzungsanalyse an einem einfachen
Beispiel mit nur wenigen Genen und Allelen. Sie haben
gesehen, daß wirklich sichere Angaben und Rückschlüsse fast
nur bei solchen Merkmalsausprägungen möglich sind, die durch
rezessive Allele bestimmt werden. Hinter dominanten Allelen
können sich selbst über mehrere Generationen hinweg höchst
interessante Anlagen verbergen. Das schränkt zwar unsere
berechenbare Planung ein, aber der Zugewinn an aufregender
Erwartung und Überraschung ist nicht zu unterschätzen.
Kommen wir nun zu einem ganz anderen Kapitel, der
Besprechung einzelner Gene und deren Allele. Auch da wollen
wir es so halten, daß wir uns langsam von den einfachen
Dingen zu den etwas komplizierteren vorarbeiten. Ich werde
also zunächst die einfachen Grundfarben und deren
Verdünnungen besprechen, die Bänderung der Haare (Agouti)
und die verschiedenen Zeichnungen (Tabbies) sollen zunächst
außen vor bleiben.
Als Farbpigment bezeichnet man
einen Stoff, der bestimmte Teile des Lichts absorbiert und
andere Teile durchläßt oder reflektiert. Bei Säugetieren
kommt als Pigment nur das Melanin in Frage, das bei der
Katze in der Haut und in den Haaren auf komplizierte Art und
Weise an einen Proteinträger gebunden ist. Durch Mutationen,
die die Struktur des Trägerproteins betreffen, kann die
Melanineinlagerung verändert werden, was zu verschiedenen
Verdünnungsgraden und zu Farbeffekten von schwarz bis
rot-gelb führt.
Der nicht-mutierte oder
ursprüngliche Melanin-Protein-Komplex läßt Haut und Haare
schwarz erscheinen, deshalb wird das dominante Wildtyp-Allel
des Farbgens mit B für black = schwarz bezeichnet.
Haare, Nasenspiegel und Fußballen sind bei einer Katze mit
dem Genotyp B/B oder B/- tiefschwarz. Von B gibt es eine
mutierte Form, bei welcher der Melanin-Protein-Komplex so
verändert ist, daß Haare, Nasenspiegel und Fußballen
schokoladenbraun sind. Das entsprechende Allel heißt b
für chocolate oder brown. Aber es gibt noch eine weitere
Mutation, bei der die Katze ein noch helleres Braun zeigt.
Das dritte Allel ist daher
b1 für light brown. Weil dieser braune Farbton im
Idealfall ein wenig rötlicher ist als bei der
Chocolate-Katze, hat sich dafür auch die Bezeichnung
cinnamon = zimtbraun eingebürgert. Es handelt sich hier
um einen klassischen Fall von multipler Allelie, weil es für
das Farb-Gen mehr als zwei Allele gibt. Die Reihenfolge, in
der man die Allele eines solchen Gens aufschreibt (B, b, b1)
oder bespricht, sagt etwas über die Dominanz-Verhältnisse
aus. Das Allele B ist nämlich dominant über b und bl, aber
auch b ist dominant, allerdings nur über b1. Und wo bleiben
die Roten? Das ist so eine Sache. Rot, oder besser Orange
ist kein Allel der B-Serie, sondern es handelt sich hier um
ein zweites unabhängiges Farb-Gen mit zwei
Schalterstellungen, dem Allel 0 für orange und dem
Allel o für nicht orange. Außerdem wird die ganze
Angelegenheit noch dadurch kompliziert, daß dieses Gen auf
dem X-Chromosom liegt, also geschlechtsgebunden vererbt
wird. Merken wir uns jetzt einfach nur, daß Katzen, die ja
zwei X-Chromosomen haben, mit der homozygoten
Allelenkombination 0/0 alle Allele des ersten Farb-Gens
maskieren also rot sind. Nur Katzen mit den rezessiven
Allelen o/o zeigen die Farben der B-Serie. Die heterozygote
Ausstattung O/o führt zu „Schildpatt", das hier nur der
Vollständigkeit halber erwähnt wird, wie und warum, das
werden wir später besprechen. Bei Katern ist die Situation
etwas anders, weil sie ja nur ein X-Chromosom haben:
0/Y-Kater sind rot (die B-Serie ist maskiert), o/Y-Kater
sind nicht rot, es können alle Farben der B-Serie auftreten.
Zu allen oben genannten Farben kommen nun noch die
Verdünnungen (d/d) dazu, was eine interessante und
vielfältige Farbpalette ergibt. Mit der Aufzählung aller
möglichen Genotypen aus der B-Serie mit den jeweils
entsprechenden Verdünnungen möchte ich heute schließen. Das
nächste Mal dann noch andere Farbeffekte, Zeichnungen und
Genaueres über Orange.
|
1. |
BB
|
D-
|
homzygot schwarz |
|
2. |
Bb |
D- |
|
|
3. |
Bb1 |
D- |
beide heterozygot
schwarz, von 1. nicht zu unterscheiden |
|
4. |
BB |
dd |
homzygot blau |
|
5. |
Bb |
dd |
|
|
6. |
Bb1 |
dd |
beide heterozygot blau,
von 4 nicht zu unterscheiden |
|
7. |
bb |
D- |
homozygot chocolate |
|
8. |
bb1 |
D- |
heterozygot chocolate,
wie 7. |
|
9. |
bb |
dd |
heterozygot lilac,
ein abgeschwächtes Lila mit einem leichten rosa
Schimmer |
|
10. |
bb1 |
dd |
heterozygot lilac,
wie 9. |
|
11. |
b1b1 |
D- |
homozygot cinnamon |
|
12. |
b1b1 |
dd |
homozygot fawn,
heller als 9., fast "farblos" aber nicht weiß |
|
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22.01.2008 19:43 |
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ofRevontulets .....
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 7 |
 |
Verlassen wir nun endgültig
den theoretischen , mathematisch-statistischen Teil unseres
Genetik Kurses und wenden uns leichter faßbaren praktischen
Überlegungen zu. Aber seien Sie nicht zu optimistisch, denn
selbst bei den einfachen Farben, von denen wir ja schon das
letzte Mal einige kennengelernt haben, macht uns die
genetische Erklärung manchmal doch einige Schwierigkeiten.
Fassen wir Mut und gehen es an, gemeinsam werden wir die
Sache schon meistern.
Wenn ich vorhin von „einfachen
Farben" gesprochen habe, bei denen wir zunächst auch bleiben
wollen, dann meine ich ein farbige oder mehrfarbige Tiere
ohne weiter Zeichnung. Und da geht's schon los! Denn um die
„einfachen Farben" zu er klären, müssen wir zuerst wissen,
was es mit dem Agouti-Gen auf sich hat. Dieses Gen gehört
schon deshalb an die erste Stelle, weil wir ja inzwischen
auch schon wissen, daß man bei der Beschreibung eines
Genotyps die beteiligten Gene in alphabetischer Reihenfolge
auflistet, und so wollen wir sie auch besprechen. Wenn bei
der folgenden Besprechung der Fellfarben und deren
Modifikationen vereinzelt Rassebezeichnungen auftauchen,
soll das nicht heißen, daß wir jetzt schon bei der
Besprechung einzelner Rassen angekommen sind. Diese sollen
nur bestimmte Farbvarianten näher erläutern, und oft sind
sogar Farbbezeichnungen von Rassenamen abgeleitet. Wenn Ihre
Rasse jetzt also noch nicht dabei ist, gedulden Sie sich.
Wir werden später einzelne Rassen genauer be sprechen.
Das Agouti-Gen (Allele: A,
a)
Das Agouti-Gen ist eines der ursprünglichsten Gene und schon
seit langem bei Wildtieren bekannt. Es ist am besten bei
Kaninchen zu beobachten, und daher hat man auch seinen Namen
vom südamerikanischen Goldhasen, eben dem Agouti,
abgeleitet.
Dieses Gen bewirkt mit seinem
domi nanten Wildallel (A/-), daß die einzelnen Haare nicht
durchgefärbt sind, sondern daß jedes Haar in sich gebändert
ist; der helle Haargrund geht in einen dunklen Bereich über,
dann davon ganz klar abgegrenzt das gelblich-braune „Agouti-Band"
und wieder deutlich davon abgesetzt die dunkle Haarspitze.
Andere Hinweise auf die
Wirkung des Agouti-Allels sind ein roter oder rosa
Nasenspiegel, der in der Farbe des Fells umrandet sein soll,
dunkle Fußballen, dunkle Augenumrandung und ein dunkler
sogenannter „Aalstrich" auf dem Rücken. Schließlich sollten
Agouti-Tiere ein sehr helles bis weißes Kinn haben, was aber
häufig aus bestimmten Gründen durch sorgfältige
Linienauswahl weggezüchtet worden ist, obwohl doch gerade
dieses Merkmal agoutitypisch ist. Weniger deutlich, oftmals
aber hilfreich bei der Entscheidung, ob Agouti oder nicht,
ist der „Daumendruck" oder „Wildfleck" auf der Rückseite der
Ohren. Bitte verstehen Sie diese Auflistung nicht falsch.
Diese Merkmale können einzeln oder gemeinsam bei der
Agouti-Katze vorkommen, müssen es aber nicht. Fehlen alle
Merkmale oder sind sie nur undeutlich, beweist dies nicht,
daß wir ein Nicht-Agouti-Tier (a/a) vor uns haben. Umgekehrt
gilt jedoch: Ist auch nur eines dieser Merkmale vorhanden,
dann trägt die Katze mindestens ein Agouti-Allel (A/-).
Und noch eines ist sicher:
Jede Tabby-Katze, egal ob getigert, geströmt oder getupft,
ist eine Agouti-Katze, solange sie nicht rot ist.
Tabby-Muster ist also nur bei Agouti-Tieren möglich, mit
Ausnahme der Roten, dort tritt TabbyZeichnung immer auf,
egal ob Agouti oder nicht. Aber mit den „Roten" werden wir
uns sowieso noch herumschlagen müssen, also Geduld!
Ich habe weiter oben schon
kurz darauf hingewiesen, daß es beim Agouti-Gen noch ein
zweites Allel gibt. Es handelt sich um das mutierte
rezessive Nicht- oder Non-Agouti-Allel. Die Wirkung ist
einfach zu beschreiben: Non-Agouti-Tiere (a/a) ha ben keine
gebänderten Haare, sie sind von der Wurzel bis zur Spitze
einheitlich durchgefärbt. Natürlich wieder einmal mit
Ausnahme der Roten (s.o.) Aber alle anderen Non-Agoutis
haben nirgends am Körper ein Tabby-Muster. Nur bei
Jungtieren zeigt sich ein eventuell verdecktes Tabby als
sogenannte „Geisterzeichnung" , die aber beim
Heranwachsenden vollständig verschwindet.
Für die, wie ich sie nenne,
„einfachen Farben" ohne Tabby-Zeichnung können wir also
davon ausgehen, daß es sich um Non-Agoutis handelt und
theoretisch bei der Beschreibung der Genotypen das
rezessiv-homozygote Allelenpaar (a/a) weglassen. Das haben
wir ja schon bei der Beschreibung der B-Serie (B von black =
schwarz) praktiziert. Laut Alphabet sind jetzt die Allele
des B-Gens abzuhandeln. Da ich im letzten Teil schon
ausführlich über diese Serie berichtet habe, hier nur eine
kurze Rekapitulation.
Das B-Gen (Allele: B, b,
b1)
Ich habe früher einmal behauptet, daß man ein Gen mit dem
Anfangsbuchstaben des englischen Begriffes für das
betreffende Merkmal bezeichnet. Hier nun kommen wir leicht
ins Schleudern. Steht nun B für black oder brown? Ich
tendiere mehr zu der zweiten Annahme, da man bei einem
Merkmal wie z.B. der Fellfarbe erst dann die Veranlagung
durch ein einzelnes Gen erkennen kann. wenn eindeutige
Mutationen vorliegen, die über mehrere Generationen anhand
der Mendel'schen Gesetze verfolgbar sind. Da brown oder
braun eine Mutation der ursprünglichen schwarzen Farbe ist,
dürfte das B von brown abgeleitet sein.
Nun also zur Wiederholung der
Brown-Serie. Soweit sie mir bekannt sind, werde ich Ihnen
eine Auswahl der verschiedensten Bezeichnungen für eine
Farbvariante geben, denn die Farbbezeichnungen sind in der
Literatur, unter Richtern und unter Züchtern nicht überall
gleich. Oft werden angelsächsische Begriffe eingedeutscht
oder deutsche Begriffe weichen englischen „Fachwörtern".
Allel B = black oder schwarz
Die „Schwarze" ist die
bekannteste einfarbige Katze. Das Fell ist tiefschwarz
durchgefärbt, Nasenspiegel und Fußballen sind ebenfalls von
einem gleichmäßigen Schwarz. Verantwortlich dafür ist der
Farbstoff Melanin, der zusammen mit einem Proteinkomplex
Pigmentpartikel bildet, die in jeder Hautzelle und in jedem
Haar gleichmäßig dicht verteilt sind. Der Eindruck einer
Farbe entsteht dadurch, daß aus dem Sonnenlicht oder einem
anderen weißen Licht, das ja alle Farben enthält, ein
bestimmter Anteil verschluckt wird. Der Rest wird
reflektiert und vermittelt die Farbe. Die oben beschriebene
Zusammensetzung und Verteilung der Pigmentpartikel ist so
beschaffen, daß alles Licht verschluckt wird. Es wird nichts
mehr reflektiert und die Katze erscheint schwarz. Bei einer
weißen Katze dagegen wird alles Licht reflektiert, sie ist
daher so weiß wie das Licht, mit dem sie beleuchtet wird.
Alle anderen Farben liegen irgendwo dazwischen, d. h. nur
ein bestimmter Anteil wird verschluckt und der reflektierte
Rest ergibt die Farbe. Allel b = brown oder braun
Durch die Wirkung dieses
gegenüber dem Wildtyp-Allel rezessiven Allels wird die
Zusammensetzung des Melanin-Protein-Komplexes so verändert,
daß ganz andere Reflexionseigenschaften zustande kommen, die
Verteilung der Pigmentpartikel bleibt jedoch gleich.
Haare, Nasenspiegel und
Fußballen erscheinen allein durch die Veränderung der
Pigmentstruktur schokoladenbraun. Deshalb ist für diese
Farbe auch die Bezeichnung chocolate zutreffend. Auch
die Begriffe chestnut oder kastanienbraun
vermitteln einen guten Eindruck. Oder stellen Sie sich
einfach eine Havana vor, dann wissen Sie genau,
welcher Farbton gemeint ist. Allel b1 = light brown oder
hellbraun
Dieses Allel steht für eine
weitere Veränderung der Pigmentstruktur, nicht aber für die
Verteilung der Pigmentpartikel. Haare, Nasenspiegel und
Fußballen sind heller und auch ein wenig rötlicher als bei
chocolate, deshalb die zusätzlichen Beschreibungen
cinnamon, zimtbraun und caramel. Das Allel b1
ist auch gegenüber b und B rezessiv.
Die Darstellung des B-Gens
soll hier mit einer Liste der möglichen Genotypen enden.
Andere einflußnehmende Gene werden erst später beschrieben
oder wiederholt, dann wird die Liste automatisch immer
länger werden, bis Sie am Ende unseres Kurses ein
Nachschlagewerk für die meisten aller möglichen Genotypen
beisammen haben werden.
|
Mögliche Genotypen (Non-Agouti)
schwarz (B/B), (B/b); (B/b1) oder einfach (B/-)
chocolate (b/b); (b/b')
cinnamon (b'/b') |
Bevor wir die Fellfarben
weiter besprechen, machen wir einen kleinen Ausflug zu den
Augenfarben oder besser Iris-Farben.
Obwohl einige Fellfarb-Allele
einen Einfluß auf die Iris-Farbe zu haben scheinen, ist es
doch im großen und ganzen so, daß sie unabhängig vererbt
wird. Die Variationsbreite reicht von graugrün über gelb bis
zu orange und ist polygen veranlagt. Sollte bei einer
Farbvariante ein Einfluß auf die Augenfarbe bemerkbar sein
oder der Standard eine bestimmte Augenfarbe verlangen, werde
ich gesondert darauf eingehen.
Kommen wir nun getreu dem
Alphabet folgend zum C-Gen. Die gesamte Allelenserie wird
auch Albino-Serie genannt. Durch die aus Mutationen
entstandenen Allele wird nicht die Zusammensetzung der
Pigmentpartikel verändert, sondern die Anzahl der gebildeten
Partikel wird mehr oder weniger verringert. Die
Variationsbreite reicht von der normalen Pigmentmenge (full
colour oder Vollfarbe, daher auch die Bezeichnung C) bis zum
völligen Fehlen von Pigmenten (Albino, daher Al bino-Serie).
Das C-Gen (Allele: C, c
hoch b, c hoch s, c hoch a, c)
Bei diesem Gen handelt es sich um ein Beispiel
deutlicher multipler Allele mit den unterschiedlichsten
Dominanzverhältnissen, wie wir noch sehen werden.
Allel C = full colour oder
Vollfarbe
Die Anzahl und damit die Dichte der Pigmentpartikel ist
normal.
Allel c hoch b = Burma oder
burmabraun
Die Anzahl und damit die Dichte der Pigmentpartikel ist so
weit verringert, daß alle Farben aufgehellt erscheinen. Das
Allel c hoch b ist rezessiv gegenüber C.
Schwarz wird somit zu einem
Farbton, der sehr schwer zu umschreiben ist. Manche Züchter
bezeichnen ihn als schwarzbraun, seehundfarben oder
seal, andere meinen zobelfarben oder säble
sei treffender. Auch sepiabraun kann man dazu sagen.
Da es sich aber um den typischen Braunton der Burma-Katze
handelt, ist burmabraun sicher eine gut vorstellbarer
Begriff. Chocolate wird zu burmachocolate oder
champagnerfarben aufgehellt. Augen: Es werden kräftig
gelbe Augen gewünscht. Leider zeigt die Iris durch die
aufhellende Wirkung des c hoch b-Allels eine deutliche
Tendenz zum Grün, die sich mit zunehmendem Alter auch noch
verstärkt. Da Burmesen nur als Non-Agouti gezüchtet werden,
ist damit die Liste der Farben fast vollständig, nur um die
Roten müssen wir uns später noch extra kümmern.
Allel c hoch s = Siam-Allel
oder Maskenfaktor
Hier handelt es sich um eine ganz außergewöhnliche
Angeigenheit. Die Farben sind noch etwas mehr aufgehellt,
aber die Pigmente werden nicht mehr gleichmäßig am ganzen
Körper gebildet. Sie erscheinen nur noch dort, wo die
Körpertemperatur etwas niedriger ist, also an den sog.
„Kältepunkten" oder Points (Nase, Ohren, Beine und Schwanz).
Der „warme" Körper variiert von hellbeige über
elfenbeinfarben bis nahezu weiß. Die Pigmentbildung ist also
temperaturabhängig geworden. Allgemein gilt, je niedriger
die Temperatur, desto dunkler die Farbe, sowohl in den
Points als auch am Körper. Das c hoch s-Allel ist rezessiv
gegenüber C, aber codominant oder gleichberechtigt zu c hoch
b. Die genetisch schwarze Katze wird durch das c hoch
s-Allel zur Seal-Point, die chocolate wird zur
Chocolate-Point. Damit sind wir aber noch nicht fertig,
denn die Maskenbildung wird noch von einer ganzen Reihe von
Genen beeinflußt, wir werden also später noch mehrmals
darauf zurückkommen müssen.
Augen: Das Allel c hoch s
scheint die Iris-Farbe sehr stark zu beeinflussen.
Maskenkatzen haben immer klare strahlend blaue Augen, was
sicher mit der Entpigmentierung zusammenhängt, da grüne oder
orange Augen niemals vorkommen. Diese unverwechselbare blaue
Farbe kann nur durch eine sorgfältige Auswahl der Zuchttiere
erhalten werden, da die Variationsbreite vom verwaschenen
grau-blau bis grau-gelb reichen kann.
Hier ist wieder ein kleiner
Einschub vonnöten. Auch die Burmesen zeigen Anzeichen zur
Point-Bildung. Besonders bei Jungtieren sind die Points
deutlich dunkler als der Körper. Der Farbunterschied
reduziert sich jedoch beim Heranwachsen und ist bei
erwachsenen Tieren kaum mehr zu bemerken. Das Phänomen zeigt
nur, wie eng die beiden Allele c hoch b und c hoch s
miteinander verwandt sind. Kreuzt man eine Burma (c hoch b/c
hoch b) mit einer Siam (c hoch s/c hoch s) entsteht eine
mischerbige Katze (c hoch b/c hoch s) mit deutlichen Points
aber geringerem Kontrast zwischen Körper- und Point-Farbe.
Auch im Körperbau steht sie irgendwo zwischen Burma und Siam
und wird Tonkanese genannt. Aus gegebenem Anlaß kann man
Tonkanesen nicht reinerbig züchten. Verpaart man zwei
Tonkanesen miteinander, sind nur 50% der Welpen wieder
Tonkanesen, 25% sind Burma und 25% Siam, wie Sie selbst
leicht errechnen können. Diese Verteilung betrifft aber nur
die Farbe, nicht den Köperbau, der ja polygen veranlagt ist.
Wenn man großes Pech hat, dann haben die burmafarbenen den
Körperbau der Siam und umgekehrt.
Allel c hoch a = Albino mit
blauen Augen
Dieses Allel unterdrückt die Pigmentbildung im Fell
vollständig, nicht einmal in den Points ist noch eine
Farbschattierung zu erkennen. Nur in der Iris sind noch
Pigmente vorhanden, was zu den typischen hell- oder
wasserblauen Augen führt. c hoch a ist rezessiv gegenüber
allen vorgenannten Allelen der Albino-Serie.
Allel c = Albino mit roten
Augen
Hier wird die Pigmentbildung überall vollständig
unterdrückt. Die Augen sind rot durch den roten
Blutfarbstoff, der durch die durchsichtigen feinen
Blutgefäße der Iris scheint.
Diese „echten" Albinos sind
nicht zu verwechseln mit den weißen Katzen, deren Farbe
entweder durch das dominante epistatische Weiß (W) oder
durch das Scheckungsgen (S) verursacht wird. Beide Gene
werden genauer besprochen, wenn sie gemäß ihrer Stellung im
Alphabet dran sind.
Und nun zum Schluß eine
Aufgabe:
Die Liste am Ende der Besprechung des B-Gens
läßt sich durch die Allele des C-Gens erweitern. Sie gehen
davon aus, daß es sich wieder um Non-Agoutis handelt.
Versuchen Sie unter Einbeziehung aller B- und C-Allele
(außer b1 bei den Burma und Siam) alle möglichen Genotypen
aufzulisten.
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22.01.2008 19:44 |
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ofRevontulets .....
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 8 |
 |
Zunächst werden alle möglichen Genotypen
aufgelistet. Wenn für einen Genotyp eine kürzere
Schreibweise möglich ist, wird sie am Ende der Tabelle
aufgeführt und in allen folgenden Tabellen verwendet.
Sollten Sie sich einmal unsicher sein, welche einzelnen
Genotypen sich hinter einer Kurzform verbergen, dann
brauchen Sie nur eine oder zwei Tabellen zurückzublättern
und schon haben Sie wieder die vollständige Genotypen-Liste.
Sofern sie sich nicht gegenseitig beeinflussen, werden für
einzelne Merkmale wie Fellfarbe, Felltextur, Körerbau etc.
getrennte Listen entwickelt. Sollte Ihrer Meinung nach eine
Liste nicht vollständig sein, so handelt es sich bei den
fehlenden Genotypen sicher um solche, die zu erheblichen
Mißbildungen führen oder züchterisch nicht von Bedeutung
sind. Oder aber ich habe sie einfach vergessen! Dann bitte
ich darum, daß Sie einerseits Nachsicht üben und mich
andererseits möglichst gleich darüber informieren, damit ich
den Fehler ausbügeln kann.
Nun zur versprochenen Tabelle. Viele
Genotypen werden Ihnen bekannt vorkommen und sind
tatsächlich nur Wiederholungen vorangegangener
Beschreibungen. Aber erstens lernt man nur durch ständige
Wiederholung und zweitens ergibt sich hier ein guter
Einschnitt: Ab Teil 7 beginnt das eigentliche "genetische
Nachschlagewerk" für den Züchter und in Teil 8 die erste
vollständige "Genotypentabelle".
| |
Mögliche
Genotypen |
|
| |
|
|
| |
schwarz: |
aa, BB, CC |
|
| |
|
aa, Bb, CC |
|
| |
|
aa, Bb¹, CC |
|
| |
oder: |
aa, B-, CC |
|
| |
|
aa, B-, Ccb |
|
| |
|
aa, B-, Ccs |
|
| |
|
aa, B-, Ccª |
|
| |
|
aa, B-, Cc |
|
| |
oder: |
aa, B-, C- |
|
| |
|
|
|
| |
chocolate: |
aa, bb, C- |
|
| |
|
aa, Bb¹, C- |
|
| |
|
|
|
| |
cinnamon: |
aa, b¹ b¹, C- |
|
| |
|
|
|
| |
burma-braun: |
aa, B-, cb
cb |
|
| |
burma-chocolate: |
aa, bb, cb
cb |
|
| |
|
|
|
| |
seal-point: |
aa, B-, cs
cs |
|
| |
|
aa, B-, cs
cª |
|
| |
|
aa, B-, cs
c |
|
| |
|
|
|
| |
chocolate-point: |
aa, bb, cs
cs |
|
| |
|
aa, bb, cs
cª |
|
| |
|
aa, bb, cs
c |
|
| |
|
|
|
| |
seal-Tonkanese: |
aa, B-, cb
cs |
|
| |
|
|
|
| |
Chocolate- oder
Chestnut-Tonkanese: |
aa, bb, cb
cs |
|
| |
|
|
|
| |
weiß (blaue Augen): |
--, --, cªcª |
|
| |
|
--, --, cªc |
|
| |
|
|
|
| |
weiß (rote Augen) |
--, --, cc |
|
Sie sehen, daß schon für die ersten 7
Genotypen eine Formel völlig ausreicht, um den Phänotyp zu
beschreiben. Die ausgeschriebenen Formeln sind nur dann
notwendig oder angebracht, wenn aus Stammbaumanlysen oder
infolge bestimmter NachkommenPhänotypen der vollständige
Genotyp feststeht und für eine Verpaarung mit einem
bestimmten Zuchtziel von Bedeutung ist.
Bei den chocolate, seal-point,
chocolate-point u.s.w. ist dagegen eine Abkürzung nicht
angebracht. Es ist zwar bl rezessiv gegenüber b
oder c rezessiv gegenüber cs und cb,
aber es gibt ja noch die über alles dominanten Allele B und
C. Außerdem sind cs und cb codominant
oder gleichberechtigt. Daher wär mit den Formeln (b/-) oder
(cb/-) der Phänotyp nicht eindeutig festzulegen,
deshalb verbietet sich hier die Kurzformel.
Jetzt fehlen Ihnen vielleicht noch die "cinnamon-Burma",
die "cinnamon-Points" und die "cinnamon-Tonkanesen". Nun,
die stehen deshalb in Anführungszeichen, weil sie keine
anerkannten Varianten sind. Sie fehlen also nicht, sondern
sind absichtlich weggelassen worden.
Weiss ein Fall für
sich
Bei den "Weißen" sind die Bindestriche
deshalb so zahlreich, weil man nie weiß, was sich hinter
einer "Weißen" verbirgt. Die Platzhalter können nur dann
sicher ersetzt werden, wenn die Stammbaumdaten der Eltern
eindeutige Aussagen zulassen (z.B. beide Eltern sind für ein
Merkmal entweder homozygot dominant oder homozygot
rezessiv). An dieser Stelle noch einmal der eindringliche
Hinweis: Albino-weiß (ca und c) haben nichts mit
dem epistatischen Weiß (W) oder dem Weiß des Scheckungsgens
(S) zu tun, allen drei Weiß-Formen liegen völlig voneinander
unabhängige Gene zugrunde. Das Albino-Weiß beruht auf einer
gestörten Pigment-Bildung, ist also gewissermaßen ein
genetischer Defekt und von allen anderen Farbgenen
unabhängig und unbeeinflußbar.
Kommen wir nun zu zwei weiteren Genen, deren
Auswirkungen so eng gekoppelt sind, daß eine neue
Genotypentabelle erst dann aufge stellt wird, wenn beide
besprochen sind. Ihre Abhängigkeit voneinander ist so
ausgeprägt, daß von manchen Autoren sogar angezweifelt wird,
daß es sich um zwei unabhängige Gene handelt.
Das D-Gen (Allele: D, d)
Es handelt sich hier um ein Gen, dessen
Allele Auswirkungen auf die Farbdichte haben. Bei der
B-Serie wird die Zusammensetzung der Farbpartikel verändert,
bei der C-Serie wird die Anzahl der Farbpartikel beeinflußt
und durch die Allele des D-Gens wird die Verteilung der
Pigmentpartikel innerhalb der Zelle bestimmt.
Allel D = unverdünnte Farbe
Unter dem D-Allel (Wildtyp) sind die
Farbkörnchen gleichmäßig in der Zelle verteilt, die volle
durch die B- und C-Serie vorbestimmte Farbe kommt zur
Geltung. Sie müssen also bei der obigen Tabelle nur an jeden
Genotyp die Allelenkombination D/D, D/d oder einfach D/-
anfügen und schon haben Sie die Genotypen der sogenannten
unverdünnten Farben schwarz, chocolate, cinnamon,
burma-braun, burma-chocolate usw. Das D-Allel ist absolut
dominant über d, es gibt keinen Unterschied zwischen D/D und
D/d. Die weißen Varianten aus der Albino-Serie können wir
jetzt und in Zukunft weglassen. Wo keine Pigmente gebildet
worden sind, kann weder eine Veränderung, noch eine
Umverteilung stattfinden.
Allel d = verdünnte Farbe
Ist das mutierte d-Allel aktiv, ballen sich
die Pigmente zusammen, die Farben wirken verdünnt.
Verdünnung heißt im Englischen "Dilution", daher der
Buchstabe D für das Verdünnungs-Gen. Die homozygot rezessive
Allelenkombination d/d führt zur Aufhellung aller Farben aus
der vorherigen Tabelle. Die wohl bekannteste Verdünnung ist
die von schwarz zu blau, weshalb in der englischen
Literatur häufig nicht "Dilution", sondern "Blue Dilution"
zu lesen ist und das auch für Aufhellungen anderer Farben
als schwarz. Die beiden anderen Verdünnungen der B-Serie
kennen Sie ja schon: Chocolate wird zu lilac und
cinnamon zu fawn. Es bleiben nur noch die
Aufhellungen der C-Serie zu besprechen, dann ist die Liste
vollständig. Das burma-braun wir zum burma-blau,
einem hellen blau-grau. Aus burma-chocolate entsteht das
burma-lilac. Der Farbton läßt sich auch als
ansprechendes tauben grau beschreiben und ist in englischen
Büchern mit platinfarben umschrieben. Die übrigen
Farbvarianten ergeben sich fast von selbst: Aus seal-point
wird blue-point, aus chocolate-point wird lilac-
oder frost-point und schließlich aus dem
seal-Tonkanesen der blue-Tonkanese und aus dem
chocolate-Tonkanesen der lilac-Tonkanese.
Augen:
Die Allele D und d scheinen keinen Einfluß auf die
Augenfarbe zu haben, sonst wäre es ja auch nicht möglich,
Russisch Blau mit grünen Augen und Britisch Blau oder
Kartäuser mit orange- bis kupferfarbenen Augen in reinen
Linien zu züchten, da beide bezüglich der Farbgene den
gleichen Genotyp haben.
Das Dm-Gen (Allele: Dm, dm)
Es handelt sich hier um ein wenig bekanntes
Gen, unter dessen Einfluß verdünnte Farben noch einmal
verdünnt werden. Unverdünnte Farben werden nicht abgeändert,
nur Verdünnungen werden modifiziert, daher auch der Name Dm
= Dilute Modifier.
Allel Dm = modifizierte Verdünnung
Da es sich bei Dm offensichtlich um das
mutierte Allel handelt, haben wir hier den seltenen Fall,
daß eine Mutation dominant bleibt und das Wild-Allel (dm)
rezessiv wird. Da eine weitere Verdünnung der meisten
verdünnten Farben sowohl genetisch als auch züchterisch
nicht von Bedeutung ist, wird das Dm-Gen wohl weiterhin ein
"Mauerblümchen-Dasein" führen und seine genetische Relevanz
kontrovers diskutiert werden. Denken Sie nur einmal zurück
an die Beschreibung der Farbe fawn: noch heller als
cinna mon, fast "farblos" aber nicht weiß! Wie soll man eine
noch weitere Aufhellung dieser Farbe beschreiben oder
erkennen? Beschränken auch wir uns auf die wenigen
Varianten, die auch für den Züchter interessant sind.
Blau wird durch Dm zu caramel. Wir
kennen diese Farbe schon von der Beschreibung für cinnamon,
wo sie aber meiner Meinung nach nicht ganz angebracht ist.
Cinnamon erscheint eher ein wenig rötlich, während caramel
mehr einen Anflug von braun erahnen läßt. Caramel sieht
eigentlich aus wie lilac, nur nicht ganz so hell. Noch
schwieriger zu umschreiben ist taupe, die
Dm-Verdünnung von lilac. Der Begriff taupe ist
lateinisch-französischer Herkunft und bedeutet direkt
übersetzt maulwurfsgrau oder braungrau.
Allel dm = normale Verdünnung
Die Allelenkombination dm/dm stellt wohl den
"Normalfall" dar, eine zusätzliche Beschreibung erübrigt
sich. Zusammen mit der Tatsache, das auch Dm nur bei
verdünnten Farben wirkt, sind die beiden oben gezeigten
Fälle als einzige erwähnenswert.
Die folgende und für heute letzte Tabelle
beinhaltet alle Kombinationen der D- und Dm-Gene. In Zukunft
wird allerdings das Dm-Gen überall dort unberücksichtigt
bleiben, wo keine Auswirkungen zu erwarten sind und wo vom
züchterisch-genetischen Standpunkt aus die entsprechenden
Varianten unerwünscht sind. Der doppelte Gedankenstrich
(-/-) soll eine Gedächtnisstütze sein, daß sich hinter
unverdünnten Farben noch ein Verdünnungsfaktor in allen drei
Allelenkombinationsmöglichkeiten (DmDm , Dmdm , dmdm)
verbergen kann, der dann bei Nachkommen mit verdünnten
Farben zu unerwarteten und zunächst unerklärbaren
Farbvarianten führen kann. Wir werden aber der Einfachheit
halber zukünftig auch auf den doppelten Gedankenstrich
verzichten, das Dm-Gen sollte Ihnen auch so in Erinnerung
bleiben. Ebenso leicht können wir auf die Allelenkombination
dm/dm verzichten. Sie soll in dieser Tabelle nur
verdeutlichen, daß jede andere Kombination (DmDm , Dmdm)
keine Bedeutung hat.
| |
Mögliche
Genotypen |
|
| |
|
|
| |
schwarz: |
aa, B-, C-, DD, DmDm |
|
| |
|
aa, B-, C-, DD, Dmdm |
|
| |
|
aa, B-, C-, DD, dmdm |
|
| |
|
oder: |
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| |
|
aa, B-, C-, DD, --, -- |
|
| |
|
|
|
| |
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aa, B-, C-, Dd, --, -- |
|
| |
|
oder: |
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aa, B-, C-, D-, --, -- |
|
| |
|
|
|
| |
blau: |
aa, B-, C-, dd, dmdm |
|
| |
caramel: |
aa, B-, C-, dd, DmDm |
|
| |
|
aa, B-, C-, dd, Dmdm |
|
| |
|
oder: |
|
| |
|
aa, B-, C-, dd, dm- |
|
| |
|
|
|
| |
chocolate: |
aa, bb, C-, D-, --, -- |
|
| |
|
aa, Bb¹, C-, D-, --, -- |
|
| |
lilac: |
aa , bb , C- , dd ,
dmdm |
|
| |
|
aa , bbl, C- , dd , dmdm |
|
| |
taupe: |
aa , bb , C- , dd , Dm- |
|
| |
|
|
|
| |
cinnamon: |
aa, b¹ b¹, C-, D-, --, -- |
|
| |
fawn: |
aa , blbl, C- , dd , dmdm |
|
| |
|
|
|
| |
burma-braun: |
aa, B-, cb
cb,
D-, --, -- |
|
| |
burma-blau: |
aa , B- , cbcb, dd , dmdm |
|
| |
|
|
|
| |
burma-chocolate: |
aa, bb, cb
cb,
D-, --,
-- |
|
| |
burma-lilac: |
aa , bb , cbcb, dd , dmdm |
|
| |
|
|
|
| |
seal-point: |
aa, B-, cs
cs,
D-, --,
-- |
|
| |
blue-point: |
aa , B- , cscs,
dd , dmdm |
|
| |
|
|
|
| |
chocolate-point: |
aa, bb, cs
cs,
D-, --,
-- |
|
| |
lilac-point: |
aa , bb , cscs, dd , dmdm |
|
| |
|
|
|
| |
seal-Tonkanese: |
aa, B-, cb
cs,
D-, --,
-- |
|
| |
blue-Tonkanese: |
aa , B- , cbcs, dd , dmdm |
|
| |
|
|
|
| |
Chocolate- oder
Chestnut-Tonkanese: |
aa, bb, cb
cs,
D-, --,
-- |
|
| |
Lilac-Tonkanese: |
aa , bb , cbcs, dd , dmdm |
|
Wie sie sehen, fehlen auch die "Weißen" aus
der Albino-Serie. Aber wie schon gesagt, keines der schon
beschriebenen und noch zu besprechenden Farb-Gene wird
irgend einen Einfluß auf die "Weißen" haben, weil hier die
Pigmentbildung insgesamt gestört ist. Deshalb brauchen die
Albino-"Weißen" nicht weiter mitgeschleppt werden, sie wären
nur unnützer Ballast.
Was für Farb-Gene bleiben noch übrig, nachdem
wir nun doch schon eine ganze Reihe besprochen haben? Hier
nur eine kleine Übersicht, damit Sie sehen, daß wir noch
genug zu tun haben werden. Da wäre noch das
Inhibi tor-Gen (I), besser bekannt als Silber-Gen, aber
das trifft die Sache nicht ganz. Dann die vermaledeiten
"Roten" mit dem geschlechtsgebunden Orange-Gen (O).
Dann wird uns das Scheckungsgen (S) noch einiges
Kopfzerbrechen bereiten. Die Tabby-Serie wird uns
eine schier unendliche Vielzahl von Varianten vorführen und
zu guter Letzt ärgert uns dann das epistatische Weiß
(W), das alle Farben überdeckt.
Es gibt also noch viel zu tun, packen wir's
an! Vielleicht können Sie sich schon ein Wenig auf die
"Silbernen" und die "Roten" vorbereiten.
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22.01.2008 19:46 |
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ofRevontulets .....
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 9 |
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Heute wollen wir uns, wie bereits angekündigt
oder fast angedroht, mit den "Silbernen" und den "Roten"
auseinandersetzen. Fast angedroht deshalb, weil der
Zusammenhang zwischen Genotyp und Phänotyp nicht einfach
darzustellen und zu verstehen ist. Die Wirkungen der beiden
Farbgene werden von Polygenen so stark beeinflußt, daß
gleiche Genotypen bezüglich der Hauptgene zu ganz
unterschiedlichen Farbschlägen führen. Außerdem kommen wir
nicht umhin, das Gebiet der "einfachen Farben" (Non-Agoutis)
zu verlassen. Wir müssen die Tabby-Katzen, die ja alle das
Agouti-Allel tragen, ab jetzt mit einbeziehen. Die einzelnen
Formen der Tabby-Zeichnungen besprechen wir aber später. Wir
merken uns jetzt nur, daß Agouti-Katzen (A/A oder A/a) immer
irgendeine Form von Tabby-Zeichnung tragen, während
Non-Agouti-Katzen (a/a) an keiner Stelle im Fell ein
Tabby-Muster zeigen. Diese Aussage gilt für alle Farben bis
auf die "Roten", die wieder einmal die berühmte Ausnahme
bilden, die es bekanntlich ja zu jeder Regel geben soll.
Rote Katzen oder die roten Flecken bei mehrfarbigen Katzen
sind immer tabby-gemustert, egal ob sie Agoutis oder
Non-Agoutis sind.
Nach der Besprechung der Gene und deren
Allele folgt wieder die obligatorische Tabelle. Ich habe
schon einmal erwähnt, daß ich mich darum bemühe, daß die
Genotypen-Liste vollständig ist. Allerdings bleiben
Genotypen, die zu erheblichen Mißbildungen führen oder die
züchterisch nicht von Bedeutung sind, weiterhin außen vor.
Sollte ich dennoch etwas vergessen haben oder haben Sie
hinsichtlich einer bestimmten Farbe andere Erfahrungen
gesammelt, dann tun Sie zweierlei: Üben Sie Nachsicht mit
mir und informieren Sie mich, denn auch ich möchte gerne
noch etwas dazu lernen.
Das I-Gen (Allele: I, i)
Das Melanin-Inhibitor-Gen wird auch oft
Silber-Gen genannt und die Katzen, die das dominante
Inhibitor-Allel (I) tragen, der so genannten "Silber-Gruppe"
zugeordnet. Bleiben wir aber lieber bei der Bezeichnung
Inhibitor-Gen, denn wie wir gleich sehen werden, sind die
wirklich "Silbernen" nur ein kleiner Teil der Katzen mit dem
I-Allel.
Allel I = Melanin-Inhibitor
Die Wirkung des mutierten, aber dominanten
I-Allels wird oft so beschrieben: Das Pigment (Melanin) wird
aus dem Haargrund und dem Unterfell verdrängt. Nur die
dunkle Färbung der Haarspitzen, eben der "tips" bleibt
erhalten, weshalb man die Gruppe besser als Tipped-Katzen
bezeichnen sollte. Die "Silbernen" sind dann einfach eine
Untergruppe davon. Und wie wir noch sehen werden, gibt es
eine ganze Menge weiterer Untergruppen.
Genauer betrachtet entstehen die Tipped-Haare
gerade anders herum. Das Pigment wird nicht im Haar selbst
gebildet, sondern in der Haarwurzel, die ja ein Teil der
Unterhaut ist. Wenn das Haar wächst, sich also durch die
Wurzelscheide nach außen schiebt, wird gleichzeitig Pigment
aus der Haarwurzel in das Haar selbst transportiert und dort
eingelagert. Das Inhibitor-Gen beeinflußt zusammen mit einer
ganzen Reihe anderer Gene diesen Pigment-Transport zum
wachsenden Haar. Das I-Allel behindert diesen anfänglich
normalen Transport zunehmend. Daher ist die Haarspitze
normal gefärbt, während zum Haargrund hin die Farbintensität
immer mehr abnimmt. Dadurch, daß dieser Effekt polygen
veranlagt ist, kommt es zu einer großen Variationsbreite.
Die Tips können unterschiedlich lang sein und die Aufhellung
des Haargrundes reicht von einer lediglich leichten
Abschwächung der Normalfarbe bis zu einem silberhellen Weiß.
Bei den Agoutis bleiben die Haare in der Tabby-Zeichnung
fast unbeeinflußt, während die in den dazwischen liegenden
Agouti-Bereichen, also die normalerweise typisch gebänderten
Haare, maximal aufgehellt sind und nur noch ganz kurze Tips
aufweisen. Aufgrund der polygenen Veranlagung kann eine
bestimmte Tipped-Variante nur durch konsequente Linienzucht
aufrecht erhalten werden.
Smokes ohne Agouti
Fangen wir mit der Beschreibung der Smokes
oder Rauchfarbenen an, der einzigen Non-Agouti-Form
der Tipped-Katzen. Die Tips machen etwa 2/3
der Haarlänge aus, daher auch bei manchen Autoren die
Bezeichnung "starkes Tipping". Der Haargrund ist fast weiß,
aber immer noch stärker pigmentiert als in den
Agouti-Bereichen der Tabbys. Diese und die folgenden
Maßangaben sind nur ungefähre Schätzungen und unterliegen
der schon angesprochenen Variations breite durch die
Polygene. Gehen Sie also bitte nicht bei Ihrer Katze
nachmessen, sondern lassen Sie es dort auch bei einer
augenscheinlichen Schätzung. Die typischen Smoke-Farben sind
die Smoke selbst, besser als Black-Smoke
bezeichnet, Blue-Smoke, Cho colate-Smoke und
Lilac- bzw. Lavender-Smoke. Eine Smoke-Katze
sieht auf den ersten Blick einfarbig aus, erst wenn das Fell
geteilt wird sieht man den silberweißen Untergrund. Dieser
Effekt ist natürlich bei den dunklen Farben black-smoke,
blue-smoke und chocolate-smoke besonders eindrucksvoll. Als
Augenfarbe wird bei den Smokes dunkles Gelb bis Kupfer
bevorzugt, bei den Orientalisch Kurzhaar sollen die Augen
jedoch bei sonst gleichem Genotyp möglichst grün sein.
Nasenspiegel und Fuß ballen tragen die Farbe der Tips.
Tipping nur im Agouti Bereich der Tabbys
Die folgenden Tipped-Varianten sind alle
Agoutis. Wenn wir nach der Länge der Tips sortieren, dann
sind jetzt die Silbernen dran, die besser
Silver-Tabbies genannt werden. Bei ihnen tritt das
Tipping nur in den hellen Agouti-Bereichen auf, während die
Haare in der Tabby-Zeichnung bis auf einen kurzen hellen
Bereich am Haargrund kräftig durchgefärbt sind. Da die Tips
in den Agouti-Bereichen nur höchstens 1/3
der Haarlänge ausmachen, ergibt sich ein hoher Kontrast
zwischen dem silberweißen Untergrund und dem dunklen
Tabby-Muster. Der Nasenspiegel ist rot oder rosa und in der
Farbe des Tippings umrandet. Und genau da machen uns die
Roten schon wieder einen gewaltigen Strich durch die
Rechnung. Red-Smoke und Red-Silver-Tabby (Cameo-Tabby)
können den gleichen Genotyp haben, da die Tabby-Zeichnung
unabhängig vom Agouti-Allel auftreten kann. Der Kontrast
zwischen Grundfarbe und Tabby-Muster kann durch Linienzucht
so weit verringert werden, daß die Katze einfarbig mit
silberweißem Untergrund erscheint, dann ist es eine
Red-Smoke. Ob sie aber Agouti oder Non-Agouti ist, kann man
weder bei der Red-Smoke noch bei der Cameo-Tabby mit
absoluter Sicherheit erkennen. Da hilft nur ein gründliches
Studium der Stammbäume der Elterntiere. Aber bleiben wir bei
unseren schon besprochenen Farben. Da steht natürlich an
erster Stelle die Farbe Blacksilver-Tabby, die
kurzerhand einfach Silver-Tabby genannt wird. Dann
folgen, wie bei den Smokes, Bluesilver-Tabby,
Chocola tesilver-Tabby und Lilacsilver-Tabby bzw.
Lavendersilver-tabby.
Shadeds sind aufgelöste Tabbys
Kommen wir zur nächsten Untergruppe, den
Shaded. Die Tips haben etwa dieselbe Länge wie bei den
Silver-Tabbies. Entsprechend wird diese Form als "mittleres
Tipping" bezeichnet. Auch der Genotyp ist derselbe, es sind
Agoutis, die eigentlich eine Tabby-Zeichnung haben müßten.
Die Tatsache, daß bei Langhaar-Katzen ein Tabby-Muster in
der Regel nicht so deutlich ausfällt und ausdauernde
Linienzucht haben dazu geführt, daß die ürsprüngliche
Zeichnung sozusagen polygen aufgelöst worden ist. Bei
Jungtieren mit kurzem anliegenden Fell kann man als
Geisterzeichnung die Herkunft oft noch deutlich erkennen.
Auf jeden Fall haben die Shaded einen roten oder rosa
Nasenspiegel, der in der Farbe der Tips umrandet ist. Die
Augen sind häufig grün. Die Farbbezeichnungen sind ähnlich
wie bei den Tabbies, nur daß anstatt -tabby die Endung
-shaded angehängt wird. Übersetzt man shaded, kommt
"schattiert" heraus. Verwendet man konsequent die deutschen
Begriffe, müßte die Silver-Shaded eigentlich
schwarzsilber-schattiert heißen. Wenn dann noch ein paar
Nuancen dazu kommen, wird schnell ein Zungenbrecher daraus.
Bleiben wir also bei den etwas eleganter klingenden
englischen Bezeichnungen und definieren die Silver-Shaded
als Blacksilver-Shaded.
Wie zu erwarten, sind bei der letzten Gruppe
die Tips noch kürzer. Bei dem "leichten Tipping" oder bei
den Shells bekennt nur noch 1/8
der Haarlänge Farbe. Zusammen mit dem silberweißen Haargrund
verleiht dies dem Fell funkelnden Effekt, der besonders bei
Bewegungen deutlich zum Vorschein kommt. Shell kommt von
Muschel, wobei sicherlich nicht die Außenseite der Schale
gemeint ist, sonder die glitzernde und glänzende Innenseite.
Sonst gelten die gleichen Bedingungen wie bei den Shaded.
Nur daß bei den Farben schwarz, blau, chocolate und lilac
nicht shell, sondern -chinchilla angehängt wird.
Steht Chinchilla allein, so ist damit
Blacksilver-Chinchilla gemeint. Diese Bezeichnung ist
von den gleichnamigen Nagetieren abgeleitet, was allerdings
irreführend ist, weil die Farbverteilung genau umgekehrt
ist. Die Nager haben einen dunklen Haargrund und helle
Spitzen.
Pewter als Zwischenstufe
Um die ganze Sache noch zu verkomplizieren,
gibt es noch zwei Ausnahmen, wobei uns da die
Genotyp-Analyse völlig im Stich läßt. Wird eine homozygote
Silberne (I/I), z.B. Chinchilla oder Shaded, mit einer
"nicht-silbernen" Tabby-Katze (i/i) verpaart, sollte daraus
nach den Mendel'schen Regeln eine heterozygote Silberne (I,i)
entstehen, denn das Inhibitor-Allel ist ja dominant. Nichts
dergleichen passiert. Was dabei herauskommt, steht irgendwo
zwischen Shaded und Chinchilla. Das Unterfell ist weiß, die
üppige Haarspitzenfärbung erweckt den Eindruck, als ob das
Tier einen "Farbmantel" trüge, das Tier erscheint
zinnfarben, daher der Name Pewter. Der Nasenspiegel
ist ziegelrot mit schwarzer Umrandung, die Fußballen sind
dunkel und die Augen kupferfarben ohne grünen Einschluß.
Die zweite Ausnahme gehört eigentlich gar
nicht zu den Silbernen, weil der Genotyp homozygot
nicht-silber (i,i) ist. Es sind Tabby-Katzen, die von
heterzygoten (I,i) Chinchillas abstammen. Wohlgemerkt, von
echten Chinchillas und nicht von Pewter. Man kann sich
diesen besonderen Farbschlag nur dadurch erklären, daß die
Polygene der Chinchilla-Eltern trotz Nicht-Silber-Genotyp
voll wirksam sind. Der erfahrene Züchter weiß schon, worauf
ich hinaus will, auf das zweite Edelmetall, die Goldenen
oder Golden-Tabbies. Der Haargrund ist nicht weiß,
sondern zeigt ein intensives warmes Creme. Das kommt daher,
daß in den Agouti-Bereichen das gelbe Agouti-Band der Haare
ausgeweitet ist, die Polygene der Eltern verstärken die
Gelb-Pigmentierung. Erinnern wir uns, die normale
Agouti-Bänderung ist heller Haargrund, dunkles Band, gelbes
Agouti-Band und dunkle Haarspitze. Bei den Golden-Tabbies
ist der Haargrund hellblau, dann folgt das ausgeweitete
intensivgelbe Agouti-Band und zuletzt die in der Regel
schwarze Haarspitze. Aber auch andere Farben werden schon
gezüchtet, so gibt es insbesondere bei den Kurzhaar-Rassen
schon chocolate-golden, blue-golden und vereinzelt
lilac-golden. Bei den ursprünglichen Golden-Tabbies ist der
Nasenspiegel tiefrosa mit sealbrauner Um randung, die
Fußballen sind ebenfalls sealbraun, die Augen grün,
höchstens blau-grün.
Allel i = normaler Melanineinbau
Die Wirkung des in diesem Fall rezessiven
Wildtyp-Allels ist auf jeden Fall schneller beschrieben als
die des mutierten Allels. Die normale Farbstoffeinlagerung
in das wachsende Haar wird nicht behindert. Es entstehen auf
der ganzen Länge durchgefärbte Haare oder in den
Agouti-Bereichen Haare mit der gewohnten Agouti-Bänderung.
Ich habe in diesem Abschnitt den Begriff Melanin absichtlich
durch die allgemeine Bezeichnung Farbstoff ersetzt, weil der
fälschlicherweise als "Melanin-Inhibitor" bekannte Faktor
natürlich nicht nur auf das Melanin wirkt, sondern auf alle
uns bekannten Fellfarb-Pigmente. Aber diese Tatsache ist
Ihnen sicher schon bei der Besprechung von chocolate-silver
aufgefal len. Auch wenn wir die "Roten" besprechen, werden
wir den Melanin-Inhibitor nochmal aus der Schublade ziehen
müssen, auch wenn die Farbe rot oder orange nichts mit
Melanin zu tun hat.
Jetzt ist wieder einmal ein Tabelle fällig.
Wie Sie sehen, habe ich den Dm-Faktor doch noch einmal
mitgeschleppt. Nur damit Sie sich erinnern, daß unsere
Katzen normalerweise die homozygot-rezessive
Allelenkombination tragen, lediglich für blau und lilac
führt die weitere Modifikation der Verdünnung zu
ansprechbaren Ergebnissen. Neu ist das Agouti-Allel und der
(Melanin)-Inhibitor mit seinen beiden Schalterstellungen.
| |
Mögliche
Genotypen |
|
| |
|
|
| |
schwarz: |
aa |
B- |
C- |
D- |
-- |
ii |
|
| |
(black-)Smoke:
|
aa |
B- |
C- |
D- |
-- |
I- |
|
| |
Silver-tabby, -shaded, Chinchilla: |
A- |
b- |
C- |
D- |
-- |
I- |
|
| |
Pewter: |
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
Ii* |
|
| |
Golden-tabby: |
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
Ii+ |
|
| |
Blau: |
aa |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
Blue-smoke: |
aa |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
|
| |
Bluesilver-tabby, -shaded, -chinchilla: |
A- |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
|
| |
Caramel: |
aa |
B- |
C- |
dd |
Dm- |
ii |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Chocolate: |
aa |
bb |
C- |
D- |
-- |
ii |
|
| |
|
aa |
bb¹ |
C- |
D- |
-- |
ii |
|
| |
Chocolate-smoke: |
aa |
bb |
c- |
D- |
-- |
I- |
|
| |
Chocolate-silver-tabby, -shaded, -chinchilla:
|
A- |
bb |
C- |
D- |
-- |
I- |
|
| |
Lilac: |
aa |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
|
aa |
bb¹ |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
Lilac-smoke: |
aa |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
|
| |
Lilac-silver-tabby, -shaded, -chinchilla: |
A- |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
|
| |
Taupe: |
aa |
bb |
C- |
dd |
Dm- |
ii |
|
| |
Cinnamon: |
aa |
b¹ b¹ |
C- |
D- |
-- |
ii |
|
| |
Fawn: |
aa |
b¹ b¹ |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Burma-Braun: |
aa |
B- |
cbcb |
D- |
-- |
ii |
|
| |
Burma-blau: |
aa |
B- |
cbcb |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
Burma-chocolate: |
aa |
bb |
cbcb |
D- |
-- |
ii |
|
| |
Burma-lilac: |
aa |
bb |
cbcb |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
Seal-point: |
aa |
B- |
cscs |
D- |
-- |
ii |
|
| |
Blue-point: |
aa |
B- |
cscs |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
Chocolate-point: |
aa |
bb |
cscs |
D- |
-- |
ii |
|
| |
Lilac-point: |
aa |
bb |
cscs |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Seal-Tonkanese: |
aa |
B- |
cbcs |
D- |
-- |
ii |
|
| |
Blue-Tonkanese: |
aa |
B- |
cbcs |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
Chestnut-Tonkanese: |
aa |
bb |
cbcs |
D- |
-- |
ii |
|
| |
Lilac-Tonkanese: |
aa |
bb |
cbcs |
dd |
dmdm |
ii |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
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* Nur
wenn sie aus einer Verpaarung zwischen einer
homozygoten silbernen (I/I) und einer nicht-silbernen
Tabby-Variante (i/i) stammt. |
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| |
+ Nur
wenn sie aus einer Verpaarung zwischen zwei
heterozygoten Chinchillas (I/i) stammt. |
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22.01.2008 19:48 |
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Sollte dieser von ofRevontulets verfasste Beitrag Ihre Rechte verletzen, so bitten wir Sie unter Berufung auf TMG Abschnitt 3 / Verantwortlichkeit um eine kurze Mitteilung an die im Impressum genannten Betreiber |
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ofRevontulets .....
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 10 |
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DAS TABBY GEN (ALLELE: Tª,
T, tb)
Obwohl Tabby als Oberbegriff für alle getigerten, gestromten
und getupften Katzen so schön englisch klingt, ist es doch
kein angelsächsischer Fachterminus. Das Wort „Tabby" gibt es
für sich allein im Englischen gar nicht. Nur der
Wortverbindung „tabbycat" wird die Übersetzung „getigerte
Katze" zugesprochen. Die Tiger-Streifung ist die
ursprüngliche Form der Katzenfärbung, ein echter Wildtyp,
denn sie stammt von den wildlebenden Vorfahren der
Hauskatze. Die Tabby-Zeichnung dient dazu, die Umrisse des
Tieres aufzulösen und es sozusagen mit dem Hintergrund
verschmelzen zu lassen. Aber wir wollten ja die Herkunft des
Wortes tabby ergründen: In Bagdad, der Hauptstadt des Irak,
gab es ein Stadtviertel mit dem Namen Al'stambiya. Dort
wurden hauptsächlich Seidenstoffe in den Farben und Mustern
von Katzenfellen hergestellt. Aus den Mustern von
Al'stambiya wurde der Begriff Tabby-Zeichnung für die
getigerten, gestromten und getupften Katzen abgeleitet. Wie
wir gleich noch sehen werden, bewirkt jedes Allel des
Tabby-Gens die Ausprägung irgendeiner Form von
Tabby-Zeichnung. Es gibt kein Non-Tabby-Allel. Da es auch
kein Gen ohne Allel gibt, muß jede Katze genetisch eine
Tabby-Katze sein. Woher kommen dann die einfarbigen Katzen
bzw. Tiere ohne Tabby-Zeichnung? Das wissen wir auch schon.
Sie erinnern sich: Nur bei Agouti-Tieren (A/A oder A/a) ist
eine Zeichnung vorhanden, bei Non-Agouti-Tie-ren dagegen
wird durch die Allelenkombination (a/a) des Agouti-Gens die
Wirkung des Tabby-Gens unterdrückt. Man nennt die
Konstellation, bei der eine bestimmte Allelenkombination
eines Gens die Wirkung eines ganz anderen Gens beeinflußt,
eine Epistasie-Hypostasie-Beziehung. Anders ausgedrückt: Das
epistatische Gen (hier Agouti-Gen) verändert durch eine
bestimmte Allelenkombination (hier a/a) die
Merkmalsausprägung des hypostatischen Gens (hier Tabby-Gen).
Andere Allelenkombinationen des epistatischen Gens (zum
Beispiel A/A oder A/a) sind dagegen wirkungslos. Bitte
verwechseln Sie Epistasie-Hypostasie nicht mit Dominanz oder
Rezessivität, denn dort beeinflussen sich lediglich die
Allele ein und desselben Gens untereinander.
Das Tabby-Gen ist also eines der Farbgene von wirklich
zentraler Bedeutung und für das Überleben der wildlebenden
Katzen und deren Vorfahren ausschlaggebend. Die Wichtigkeit
drückt sich darin aus, daß jede Katze genetisch eine
Tabby-Katze ist. Alle Mutationen des Tabby-Gens, die die
natürliche Auslese überdauert haben, führen wieder zu
Tabby-Katzen, es gibt keine Non-Tabby-Form. Erst durch eine
Veränderung der Auslesebedingungen (Domestizierung, Zucht)
konnte sich die Mutation eines anderen Gens, dessen neues
Allel durch Epistasie auf das Tabby-Gen
Einfluß nimmt, durchsetzen. Das Tabby-Gen mit seiner
etablierten Allelenausstattung ist weiterhin selbst unter
den veränderten Auslesebedingungen stabil geblieben. Aber
nun genug der langen Vorrede, kommen wir zu den drei Allelen
des Tabby-Gens.
ALLEL T = MACKEREL-TABBY
Dieses Allele repräsentiert den Wildtyp, ist aber nicht
zugleich dominant. Überhaupt sind die Beziehungen der Allele
des Tabby-Prinzips zu beschreiben, es gibt da sehr viel
feinere Nuancen. Aber dazu später mehr. Der Begriff „Mackerel"
leitet sich von der Makrele ab, denn die Mackerel-Zeichnung
soll entfernt an die Rückenzeichnung des bekannten
Speisefisches erinnern. Wenn ich nun die Mackerel-Zeichnung
und deren Zustandekommen beschreibe, dann gilt vieles für
die Tabbys allgemein, da es sich ja um den Wildtyp handelt.
Für die anderen Tabby-Varianten bleiben dann nur die kurzen
Darstellungen der Abweichungen vom Mackerel-Typ.
Die Tabby-Zeichnung ist eine sehr komplexe Färbung, bei der
die Agouti-Grund-farbe von dunklen Bereichen (Streifen)
teilweise bedeckt wird. Die Grundfarbe wird vom Agouti-Allel
beherrscht, die Haare sind in der bekannten Weise gebändert:
heller Haargrund, dunkles Band, gelbes Agouti-Band, dunkle
Spitze. Bei den Haaren der Zeichnung entfällt diese
Bänderung, sie sind bis auf den etwas helleren Haargrund
kräftig durchgefärbt. Die „dunklen" Bänder und die Farbe der
Zeichnung entspricht dabei immer der genetischen Farbe des
Tieres, das Gelb des Agouti-Bandes bleibt innerhalb einer
gewissen Variationsbreite von der genetischen Farbe
unberührt. Lediglich die Verdünnungsfaktoren hellen auch das
Agouti-Band auf. Die natürliche und eher unscheinbare
grau-gelbe Tarnfarbe der Agouti-Bereiche hat sich durch
Selektion zu einem warmen Braunton gewandelt. Nun zu den
allgemeinen Merkmalen der Tabbys und zu der
Mackerel-Zeichnung speziell. Die nachfolgend zu
beschreibenden Attribute können und sollen bei einer guten
Tabby-Katze zu finden sein, müssen es aber nicht. Wenn also
bei Ihrer Katze eines oder mehrere Kennzeichen fehlen, dann
ist und bleibt es trotzdem eine Tabby-Katze und damit eine
Agouti-Katze. mit Ausnahme der „Roten" allerdings, die ja
immer Tabbys sind, egal ob Agouti oder Non-Agouti.
KENNZEICHEN DER TABBYS
- Der Nasenspiegel ist rot oder rosa und in der Farbe des
Fells (= genetische Farbe) umrandet.
- Die Fußballen und Sohlenstreifen in der genetischen Farbe.
- Das Kinn ist deutlich heller gefärbt als der übrige
Körper, manchmal sogar fast weiß.
In der genetischen Farbe:
- klar gezeichnetes M auf der Stirn
- deutliche und ununterbrochene Umrandung der Augen
- von den äußeren Augenwinkeln durchgehende Linien zum
Hinterkopf- dünnere Linien auf den Wangen
- eine, besser mehrere, nicht unterbrochene Halsketten
- Ringe an den Beinen und am Schwanz
- doppelte „Knopf-Reihe" an Brust und Bauch
- mehrere dünne Streifen auf dem Hinterkopf, die in Höhe der
Schulter in den „Aalstrich" münden, einer durchgehenden
Linie entlang der Wirbelsäule zur Schwanzwurzel. Der
Aalstrich wird eventuell auf beiden selten von je einem
Parallelband begleitet.
Die Mackerel- oder Tigerzeichnung speziell besteht aus
schmalen, ununterbrochenen vertikalen Streifen, die vom
Aalstrich oder den Parallelstreifen ausgehen und über die
Flanken hinausreichen.
Als genetische Farben der Tabby-Zeichnung kommen alle bisher
besprochenen Farben vor. Weil der Kontrast zwischen der
Zeichnung und der Agouti-Grundfarbe möglichst deutlich sein
soll, werden die besonders aufgehellten Farben wie Caramel,
Taupe oder Fawn in der Tabby-Zucht meist ausgelassen. Des
hohen Kontrastes wegen sind black-mackerel-tabby,
chocolate-mackerel-tabby und cinnamon-mackerel-tabby
besonders eindrucksvoll. Sie vermissen vielleicht das
klassische brown- oder Brown-tabby. Aber die Bezeichnung
brown-tabby ist schlicht und einfach falsch. Bei
Tabby-Katzen bezieht sich die Farbe immer auf die Zeichnung.
Brown-Tabbys sind eigentlich genetisch schwarz, denn die
Zeichnung ist schwarz. Bei dem leider immer noch verwendeten
brown-tabby dagegen bezieht sich die Farbbezeichnung auf den
warmen Braunton der Agouti-Bereiche, also der Grundfarbe.
Sie sollten diese falsche Farbangabe daher möglichst schnell
vergessen.
Auch bei den verdünnten Farben blue-mackerel-tabby und
lilac-mackerel-tabby ist der Kontrast auch genügend hoch, da
durch die Verdünnung auch die Grundfarbe der Agouti-Bereiche
aufgehellt wird.
Besonders eindrucksvoll sind die silbernen Varianten der
Tabbys. Das Inhibitor-Allel (I) behindert die
Melanineinlagerung in den insgesamt weniger pigmentierten
Agouti-Bereichen deutlicher als in den kräftiger gefärbten
Haaren der Zeichnung. Daher ist der Kontrast bei den
„Silbernen" im allgemeinen höher als bei den entsprechenden
„Nicht-Silber"-Farbschlägen. Gezüchtet werden hauptsächlich
die Farben (black)silver-mackerel-tabby,
bluesilver-mackerel-tabby, chocolatesilver-mackerel-tabby
und lilacsilver-mackerel-tabby.
ALLEL == BLOTCHED- ODER CLASSIC-TABBY
Blotched-Tabby war früher auf Ausstellungen die Tabby-Katze
schlechthin, sie ist sozusagen die „klassische" Variante der
Tabbys, daher classic-tabby oder häufig auch nur tabby
allein. Andere Namen sind „gestromte Katzen" oder
„Marmorkatzen". Das englische blotch bedeutet Fleck oder
Klecks und beschreibt damit den wichtigsten Unterschied des
Mackerel-Tabbys:
Auf den Flanken befindet sich je ein großer Fleck, der von
einem oder mehreren kräftigen Ringen eingekreist ist
(Räderzeichnung), und die vom Hinterkopf ausgehenden Linien
münden nicht in den Aalstrich, sondern gehen in ein
Schmetterlingsmuster auf beiden Schultern über, das
idealerweise ebenfalls einen zentralen Fleck aufweist.
Bei den Blotched-Tabbys ist die Zeichnung im Gesicht nicht
so fein wie bei den Mackerel-Tabbys, und die Ringe an den
Beinen und am Schwanz sind breiter. Dazu kommt noch, daß
Blotched-Katzen im allgemeinen stärker pigmentiert sind und
der Kontrast zwischen den Agouti-Bereichen und der Zeichnung
höher ist. Sie hinterlassen insgesamt einen kräftigen
kontrastreichen Farbeindruck und sind auch heute noch die
klassischen Tabby-Ausstellungskatzen. Die Farben entsprechen
denen bei den Mackerel-Tabbys und brauchen nicht extra
aufgeführt werden.
Das Allel tb
ist eine Mutation des T-Allels und gegenüber T rezessiv. Für
blotched- oder classic-tabby gibt es daher nur einen Genotyp
(tb/tb),
während für mackerel-tabby zwei Genotypen in Frage kommen
(I/T und Z/Tb).
ALLEL Tª = ABESSINIER-TABBY
Auch die Abessinier (engl.: Abyssinian), deren langhaariges
Pendent, die Somali und die Singapure, eine Kombination von
Burma- und Abessinier-Allelen (cbcb,.
TªTª), sind Tabby-Katzen. Man erkennt es daran, daß das
Gesicht, manchmal auch noch Beine und Schwanz gezeichnet
sind, die Streifen sind dann jedoch feiner als bei
Mackerel-Tabby. Die Körperfarbe ist die der Agouti-Bereiche
bei den gezeichneten Katzen, das gelbe Agouti-Band tritt
jedoch gegenüber der genetischen Farbe in den Hintergrund,
ist aber in jedem Fall erhalten. Man beschreibt das auch so:
Der ganze Körper ist agouti-geticked.
Tª ist die zweite bekannte Mutation des T-Allels. Das
Tª-Allel ist semidominant (halbdominant) über T und tb.
Semidominant bedeutet, daß bei Heterozygoten der Phänotyp
zwar eher dem dominanten Allel entspricht, die Wirkung des
rezessiven Allels jedoch deutlich erkennbar bleibt. Daher
zeigen heterozygote Absessinier (Tª/T und TªTb)
immer deutliche Streifen an den Beinen und Ringe am Schwanz.
Das züchterische Ideal der Zeichnungsfreiheit kann nur durch
konsequente Linienzucht mit homozygoten Tieren (Tª/Tª)
erreicht werden.
GEISTERZEICHNUNG IST ETWAS VÖLLIG NATÜRLICHES
Bevor wir zu den einzelnen Abessinier-Farben übergehen, ist
ein kleiner Einschub über züchterische Ideale und
Rassestandarde angebracht. Wie eingangs beschrieben ist das
helle Kinn eines der für das Agouti-Allel geradezu typischen
Merkmale. Trotzdem ist es unerwünscht, und das trotzige
Beharren der Richter und Rassestandardschreiber auf ein
derartiges, der genetischen Natur widersprechende Zuchtziel
treibt die Züchter dazu, immer neue Methoden zu „Erfinden",
um die Natur zu „verbessern". Vielleicht sollte man sich
eher darauf konzentrieren, das bestehende zu erhalten und
nicht darauf, intolerant genetische Unmöglichkeiten durch
häufig widernatürliche Tricks möglich zu machen. Dasselbe
gilt für die „Zeichnungsfreiheit", nicht nur bei
Abessiniern, sondern auch bei anderen Rassen. Aber bleiben
wir zunächst bei den Abessiniern. Es sind Agouti-Katzen.
Entsprechend den genetischen Gegebenheiten sind alle
Agouti-Katzen gleichzeitig auch Tabby-. Katzen, und Tabbys
sind nun mal getigert, gestromt oder getupft. Das Ta-Allel
ist eine Mutation und eine Mutation überdeckt oder verdrängt
den Wildtyp selten vollständig. Die Tatsache, daß Ta nur
semidominant über die beiden anderen Tabby-Allele ist,
verdeutlicht noch die Unvollkommenheit der Mutation. Warum
dürfen denn noch nicht einmal Jungtiere als Geisterzeichnung
und noch weniger Erwachsene als rudimentäre Zeichnung ihre
wahre genetische Natur zeigen? Apropos „Geisterzeichnung":
Auch die einfarbigen Katzen sind genetisch Tabbys., wie doch
wohl jetzt hinreichend klar geworden ist, und jede
Tabby-Zeichnung, vielleicht die ursprünglichste Zeichnung
überhaupt. Die Ausprägung kann lediglich durch Epistasie der
Non-Agouti-Allelenkombination (a/a) verhindert werden. Man
kann sich an den fünf Fingern abzählen, daß solche
Epistasie-Hypostasie-Beziehungen nicht schlagartig einfach
da sind, sondern sich während der Entwicklung einer
befruchteten Eizelle zum erwachsenen Tier erst langsam
aufbauen. Warum werden diese allgemein bekannten Tatsachen
ignoriert und „Geisterzeichnung" bei Jungtieren immer noch
als ein Fehler (wohl der Natur!) apostrophiert? Das führt
doch nur dazu, daß sich Züchter ins Bockshorn jagen lassen
und durch hanebüchene Kreuzungen und Bastardisierungen
versuchen, die bemängelte natürliche „Geisterzeichnung" zu
entfernen, um der Natur damit zu zeigen, was Sache ist. Ich
kann nur an Sie als Züchter appellieren: lassen Sie sich
nicht durch vernichtende Urteile oder Vorurteile
verunsichern, versuchen Sie in Ihrem Zuchtprogramm so nah
wie möglich an den von der Natur vorgegebenen genetischen
Grundtypen zu bleiben. An Richter und vor allem an die, die
Rassestandards entwickeln, richte ich die Bitte, ihre
Idealvorstellungen von einer bestimmten Rasse oder einem
bestimmten Farbschlag auf den zugrunde liegenden Genotyp hin
zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
DIE FARBCODES DER ABESSINIER
Aber nun von den zugegebenermaßen etwas hart formulierten
kritischen Anmerkungen zurück zu den Abessinier-Farben. Der
wildfarbene Abessinier ist eigentlich genetisch schwarz und
stellt damit den ursprünglichen Phänotyp dar. Dann kommen
die schon bekannten Farben blauer Abessinier, chocolate
Abessinier und Lilac (lavender) Abessinier. Außerdem sind
alle schon besprochenen Silber-Varianten bei den Abessiniern
möglich: (black)silver Abessinier, bluesilver Abessinier und
lilac-silver Abessinier.
Das Wort Abessinier ist bei der Langhaar-Version natürlich
durch Somali zu ersetzen. Singapura bedeutet dementsprechend
nichts anderes als burmafarbene Abessinier. Dadurch werden
solche Wortungetüme wie „wildfarbene, Abessinier-tabby
Somali" vermieden. Sie brauchen sich nur zu merken, daß
Abessinier, Somali und Singapura genetisch immer
Abessinier-Tabby-Katzen (Tª/Tª) sind.
Aber es fehlen ja zumindest bei den Abessiniern und Somalis
noch einige Farben. Der „rote" Abessinier ist eigentlich
genetisch gar nicht rot, sondern cinnamon (b'b', C/-, D/-).
Daher ist die Bezeichnung Sorrel-Abessinier aber dazu
geeignet, diesen Farbschlag von den „echten" roten
Abessiniern zu unterscheiden. Das gleiche gilt für den
„creme" Abessinier, der eigentlich fawn (b'/b', D/-, d/d)
ist. Durch den treffenderen Ausdruck beigefarbener
Abessinier wird eindeutig vom „echten" creme-Abessinier
unterscheiden.
Was jetzt noch bleibt, sind die getupften Katzen, die ja
bekanntlich auch in die Tabby-Serie gehören. Aber auch dazu
müßte ich wieder etwas weiter ausholen, denn die Entstehung
der Tupfen ist aus genetischer Sicht nicht so einfach zu
erklären. Also heben wir uns das für das nächste Mal auf.
Dann ist auch eine neue Tabelle fällig. Wir werden aber dann
für die Agoutis und die Non-Agoutis je eine eigene Tabelle
entwickeln, sonst wird die ganze Sache doch zu
unübersichtlich.
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22.01.2008 19:49 |
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ofRevontulets .....
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| Vererbung - Zufall mit System Teil 11 |
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Schauen wir uns zunächst die
beiden neuen Tabellen an und rekapitulieren ein wenig. Die
Tabelle 1 unterscheidet sich von der aus Teil 9 nur wenig.
Die ganzen Agoutis fehlen, aber die haben ja eine eigene
Tabelle bekommen.
| |
Mögliche
Genotypen Non Agouti |
| |
|
| |
schwarz: |
aa |
B- |
C- |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
(black-)Smoke:
|
aa |
B- |
C- |
D- |
-- |
I- |
-- |
| |
Blau: |
aa |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
Blue-smoke: |
aa |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
-- |
| |
Bluesilver-tabby, -shaded, -chinchilla: |
A- |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
-- |
| |
Caramel: |
aa |
B- |
C- |
dd |
Dm- |
ii |
-- |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Chocolate: |
aa |
bb |
C- |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
|
aa |
bb¹ |
C- |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
Chocolate-smoke: |
aa |
bb |
c- |
D- |
-- |
I- |
-- |
| |
|
aa |
bb |
c- |
D- |
-- |
Ii |
-- |
| |
Lilac: |
aa |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
|
aa |
bb¹ |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
Lilac-smoke: |
aa |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
-- |
| |
|
aa |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
Ii |
-- |
| |
Taupe: |
aa |
bb |
C- |
dd |
Dm- |
ii |
-- |
| |
Cinnamon: |
aa |
b¹ b¹ |
C- |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
Fawn: |
aa |
b¹ b¹ |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Burma-Braun: |
aa |
B- |
cbcb |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
Burma-blau: |
aa |
B- |
cbcb |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
Burma-chocolate: |
aa |
bb |
cbcb |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
Burma-lilac: |
aa |
bb |
cbcb |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Seal-point: |
aa |
B- |
cscs |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
Blue-point: |
aa |
B- |
cscs |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
Chocolate-point: |
aa |
bb |
cscs |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
|
aa |
bb¹ |
cscs |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
Lilac-point: |
aa |
bb |
cscs |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
|
aa |
bb¹ |
cscs |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Seal-Tonkanese: |
aa |
B- |
cbcs |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
Blue-Tonkanese: |
aa |
B- |
cbcs |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
Chestnut-Tonkanese: |
aa |
bb |
cbcs |
D- |
-- |
ii |
-- |
| |
Lilac-Tonkanese: |
aa |
bb |
cbcs |
dd |
dmdm |
ii |
-- |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
Die Genotypen der
Non-Agoutis sind um die Platzhalter für die Allele des
Tabbygens erweitert wor-den, aber eingetragen ist dort außer
einer Menge Gedankenstriche nichts. Warum wohl? Weil bei den
Non-Agoutis die zweifellos vorhandene Tabby-Zeichnung
höchstens als Geisterzeichnung bei Jungtieren sichtbar ist,
alle Erwachsenen sind einfarbig. Anders herum ausgedrückt,
Sie können einem Erwachsenen Tier nicht ansehen, welche
Allelenkombination aus der Tabby-Serie unter seinem Pelz
versteckt ist. Aber bei den Babys kommt das Tabby-Muster als
Geisterzeichnung ganz deutlich zum Vorschein, das ist kein
Fehler, das muß so sein. Wenn Sie nun aus mehreren Würfen
von den gleichen Eltern immer das gleiche Tabby-Muster
haben, dann können Sie den Tabby-Genotyp der Nachkommen
festlegen und den Tabby-Genotyp der Eltern zumindest
einengen. Gehen Sie dabei ganz streng nach den Mendel'schen
Regeln vor. Ist die Geisterzeichnung immer Mackerel, dann
spricht einiges dafür, daß sowohl alle Babys wie auch beide
Eltern homozygot für Mackerel sind (T/T). Taucht Mackerel
dagegen nur sehr häufig im Vergleich zu Classic auf, dann
können wir höchstens darauf schließen, daß vielleicht ein
Elternteil homozygot ist. Welcher das ist, wie der andere
Elternteil aussieht und was für einen Genotyp die Babies
haben, das können wir allerdings nicht näher definieren.
Außer natürlich bei den Babys mit blotched-Geisterzeichnung,
die müssen homozygot (tb/tb) sein.
Die häufigsten Geisterzeichnungen sind Mackerel und Spotted,
was auf ihre starke natürliche Präsens hinweist. Aber die
getupften (spotted) haben wir ja noch gar nicht besprochen,
die kommen aber gleich im Anschluß an die 2. Tabelle.
| |
Mögliche
Genotypen Agouti |
| |
|
| |
(black)-mackerel-tabby:
|
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
ii |
TT |
| |
|
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
ii |
Ttb |
| |
oder: |
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
ii |
T- |
| |
(black-)classic-tabby:
|
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
ii |
tbtb |
| |
wildfarbener Abessinier: |
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
ii |
Ta- |
| |
Singapura: |
A- |
B- |
cbcb |
D- |
-- |
ii |
Ta- |
| |
seal-tabby-point: |
A- |
B- |
cscs |
D- |
-- |
ii |
** |
| |
(black-)silver-...-tabby,
(black-)silver-shaded, |
|
|
|
|
|
|
|
| |
(blacksilver-)chinchilla: |
c- |
B- |
C- |
D- |
-- |
I- |
** |
| |
(black-)silver
Abessinier: |
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
I- |
Ta- |
| |
pewter: |
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
Ii |
** |
| |
golden: |
A- |
B- |
C- |
D- |
-- |
ii |
** |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
blue-...-tabby: |
A- |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
** |
| |
blauer
Abessinier: |
A- |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
Ta- |
| |
blue-tabby-point: |
A- |
B- |
cscs |
dd |
dmdm |
ii |
** |
| |
blue-silver-...-tabby, blue-silver-shaded, |
|
|
|
|
|
|
|
| |
bluesilver-chinchilla: |
A- |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
** |
| |
bluesilver Abessinier: |
A- |
B- |
C- |
dd |
dmdm |
Ii |
Ta- |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
chocolate-...-tabby |
A- |
bb |
C- |
D- |
-- |
ii |
** |
| |
|
A- |
bb¹ |
C- |
D- |
-- |
ii |
** |
| |
chocolate Abessinier: |
A- |
bb |
C- |
D- |
-- |
ii |
Ta- |
| |
|
A- |
bb¹ |
C- |
D- |
-- |
ii |
Ta- |
| |
chocolate-tabby-point: |
A- |
bb |
cscs |
D- |
-- |
ii |
** |
| |
|
A- |
bb¹ |
cscs |
D- |
-- |
ii |
** |
| |
chocolatesilver-...-tabby, chocolatesilver-shaded, |
|
|
|
|
|
|
|
| |
choc.silver-chinchilla: |
A- |
bb |
C- |
D- |
-- |
I- |
** |
| |
|
A- |
bb¹ |
C- |
D- |
-- |
I- |
** |
| |
chocolatesilver Abessinier: |
A- |
bb |
C- |
D- |
-- |
Ii |
Ta- |
| |
|
A- |
bb¹ |
C- |
D- |
-- |
Ii |
Ta- |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Lilac-...-tabby |
A- |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
** |
| |
|
A- |
bb¹ |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
** |
| |
lilac
(lavender) Abessinier: |
A- |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
Ta- |
| |
|
A- |
bb¹ |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
Ta- |
| |
lilac-tabby-point: |
A- |
bb |
cscs |
dd |
dmdm |
ii |
** |
| |
|
A- |
bb¹ |
cscs |
dd |
dmdm |
ii |
** |
| |
lilacsilver-...-tabby, lilacsilver-shaded, |
|
|
|
|
|
|
|
| |
lilacsilver-chinchilla: |
A- |
bb |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
** |
| |
|
A- |
bb¹ |
C- |
dd |
dmdm |
I- |
** |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
cinnamon-...-tabby |
A- |
b¹ b¹ |
C- |
D- |
-- |
ii |
** |
| |
sorel
Abessinier: |
A- |
b¹ b¹ |
C- |
D- |
-- |
ii |
Ta- |
| |
Fawn Abessinier: |
A- |
b¹ b¹ |
C- |
dd |
dmdm |
ii |
Ta- |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Anmerkungen: |
|
|
|
|
|
|
|
| |
* bei "mackerel"
(TT) oder (Ttb)
, bei
"classic" (tbtb)
|
|
| |
... je
nach Genotyp durch "mackerel" oder "classic" zu
ersetzen, wie bei black-...- tabby gezeigt.
|
|
| |
pewter: |
nur
aus Verpaarungen zwischen homozygoten Silbernen (II)
und nich-silbernen Tabby-Varianten (ii)
|
| |
golden: |
nur
aus Verpaarungen zwischen zwei heterozygoten
Chinchillas (ii) |
Diese Genotypen-Tabelle wurde durch die
Tabby-Serie um eine ganze Reihe neuer Varianten erweitert.
Natürlich gibt es auch hier die Fälle, wo einem Phänotyp
mehrere Genotypen zugrunde liegen, das ist für uns nichts
Neues. Interessant ist die Tatsache, daß offensichtlich
bestimmte Genotypen zu verschiedenen Phänotypen führen
können. Immer die Reihe Tabby-Shaded-Chinchilla hat den
gleichen Genotyp, dabei sind das doch alles recht
unterschiedlich aussehende Katzen. Mit unserem bereits in
genetischen Dingen geübten Verstand schließen wir daraus,
daß dem nur ein nicht unerheblicher Einfluß von Polygenen
zugrunde liegen kann. Und wo bleiben die schon so oft
erwähnten "Spotted"? Ganz einfach, da brauchen wir nicht
einmal unsere Tabelle 2 zu erweitern, die "Spotted"
haben den gleichen Genotyp wie die entsprechenden
Tabby-Varianten. Sie werden sehen, daß eine so starke, ja
geradezu wildtypische Veranlagung wie "Spotted" nicht einmal
ein einzelnes diskretes Gen oder Allel braucht, um sich in
der Evolution durchzusetzen. Auch polygen gesteuerte
Merkmale können über Jahrtausende und Jahrmillionen stabil
bleiben. Lassen wir diese Aussage zunächst in dieser
allgemeinen Form stehen und sammeln erst einmal, was wir
über die getupften Katzen und deren Zucht wissen. Dann
können wir ja unsere Schlüsse daraus ziehen.
Allele T und Tb = spotted-tabby
oder getupft
Wie sehen denn unsere heutigen getupften
Katzen aus? Auf jeden Fall ist die Tupfung nicht
einheitlich. Es gibt alle Übergänge von kurzen Streifen zu
größeren Tupfen und kleineren Tupfen (Forellentüpfelung),
die alle an aufgebrochene Streifen erinnern. Dann noch weit
auseinanderliegende runde Tupfen, die entfernt eine Herkunft
aus aufgebrochener classic-tabby-Zeichnung erahnen lassen.
Die bekanntesten getupften Rassen sind:
-
Britisch Kurzhaar
(BKH) in allen Tabby-Farben.
-
orientalischer Typ,
aber gedrungener und schwerer.
-
Ocicat:
Hybride aus einem chocolate-point
Siamkater und einer getüpfelten
Siam/Abessinier-Mischlingskatze gezogen in den Farben
chocolate oder chestnut (b/b oder b/bl) und
hellbraun oder cinnamon (bl/bl)
-
nordamerikanische Egyptian Mau:
ebenfalls eine Hybride in allen Farben.
Interessant ist, daß dort die bronce Egyptian Mau
eigentlich chocolate (b/b) ist, während die echten
Egyptian Mau allesamt genetisch schwarz (B/B) sind, auch
die sog. broncene, hier bezieht sich die Farbbezeichnung
wieder, wie bei den Tabbys, auf die Agouti-Grundfarbe.
-
Oriental-Spotted-Tabby:
der Name wurde kreiert, um die getupften orientalisch
Kurzhaar von den nordamerikanischen Egyptian Mau zu
unterscheiden. Die Katzen stammen ursprünglich aus
Kreuzungen zwischen Mischlings-Tabbys und Siamesen oder
Havanna und tabby-point-Siamesen und werden bevorzugt in
den Farben blue, chocolate, cinnamon, lilac und creme
ausgestellt.
-
Egyptian Mau
Die Egyptian Mau ist die einzige Rasse
getupfter Katzen orienta lischen Typs, die sich
natürlich entwickelt hat und somit die einzige
domesti zierte Form gefleckter Katzen. Daher muß es das
Zuchtziel sein, zum Original oder wenigstens zu einer
der ersten Hauskatzen zurückzukehren, so wie sie sich
vor rund 3500 Jahren von den Ägyptern in die
Wohnge mein schaft hat aufnehmen lassen. "Mau" bedeutet
in altägyptisch einfach "Katze", Egyptian Mau be deutet
daher nichts anderes als "ägyptische Katze". Es werden
nur die folgenden vier typischen Farben gezüchtet:
silver
((black)silver-mackerel-spotted) = holzkohleschwarze
Tupfen auf silberweißem Untergrund
bronce
((black)-mackerel-spotted) = tiefdunkelbraune Tupfen auf
honig broncefarbenem Agouti-Untergrund
(black)smoke = pechschwarze Tupfen auf
dunkelgrauem Untergrund mit silbrig-weißem Unterfell
black
= die Tupfen sind nur bei schräger Beleuchtung oder im
Sonnen licht als Geisterzeichnung sichtbar, ähnlich wie
beim Panther, dem schwarzen Leopard.
Da sie sozusagen den Wildtyp der getupften
Hauskatzen darstellt, übernehmen wir ihr Erscheinungsbild
als Vorbild für die spotted oder genauer mackerel-spotted.
Die allgemeinen Merkmale der Mackerel-Zeichnung gelten auch
hier, bis auf folgende Ausnahmen:
-
die Halsketten sind vorne unterbrochen
(nicht bei anderen Spotted-Rasse
-
die Ringe an den Beinen und am Schwanz
können unterbrochen sein oder sind sogar in Tupfen
aufgelöst
-
der oder die Aalstriche sind bis zu den
Hüften zumindest in verlängerte Tupfen aufgelöst (bei
anderen Spotteds mindestens bis zur Körpermitte)
-
die Mackerel-Streifen sind vollständig in
Tupfen aufgelöst, sie müssen auf den beiden Flanken
jedoch nicht identisch gezeichnet sein
Bleiben wir bei der Zeichnung und deren
Genetik. Bei den anderen getupften Rassen g | | |
|